Polizeiwagen sperren die Straße zu einem Tatort auf einer Landstraße im Kreis Kusel in Rheinland-Pfalz ab. | dpa

Rheinland-Pfalz Polizisten bei Verkehrskontrolle erschossen

Stand: 31.01.2022 10:56 Uhr

In der Nacht sind bei einer Verkehrskontrolle im rheinland-pfälzischen Landkreis Kusel tödliche Schüsse gefallen: Zwei Polizeibeamte starben. Die Polizei fahndet intensiv nach den Tätern. Die Hintergründe sind unklar.

Bei einer Verkehrskontrolle im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz sind in der Nacht eine Polizistin und ein Polizist durch Schüsse tödlich verletzt worden. Das teilte die Polizei in Kaiserslautern mit. Die Hintergründe des Geschehens sind den Angaben zufolge noch unklar.

Die Beamten der Polizeiinspektion Kusel waren demnach auf einer routinemäßigen Streifenfahrt unterwegs gewesen. Bei einer Verkehrskontrolle auf der Kreisstraße 22 in Ulmet seien die tödlichen Schüsse um etwa 4.20 Uhr gefallen. Sie hätten noch eine Funkmeldung absetzen können, sagte ein Polizeisprecher. Als die Verstärkung am Tatort ankam, sei es für die 24-Jährige und ihren 29 Jahre alten Kollegen bereits zu spät gewesen.

Keine Anhalter mitnehmen

Es werde intensiv nach den flüchtenden Tätern gefahndet, teilte die Polizei mit. Am Tatort würden Spuren gesichert. Eine Beschreibung der Täter oder des benutzten Fluchtfahrzeuges liegen den Angaben zufolge nicht vor. Auch die Fluchtrichtung sei nicht bekannt.

Die Polizei bittet die Einwohner im Landkreis Kusel, keine Anhalter mitzunehmen. Mindestens ein Tatverdächtiger sei bewaffnet.

Gewerkschaft "tiefbestürzt"

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) äußerte sich "tief bestürzt über den gewaltsamen Tod einer Kollegin und eines Kollegen" aus dem Polizeipräsidium Westpfalz. "Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der beiden Getöteten und auch bei allen Kolleginnen und Kollegen. Wir durchleben gerade den realen Alptraum aller Polizistinnen und Polizisten!", sagte die Landesvorsitzende Sabrina Kunz.

"Unser tiefes Beileid gilt den Angehörigen. Hoffentlich können die oder der Täter zeitnah festgenommen werden, damit mögliche Gefahren für die Bevölkerung abgewendet sind", sagte Kunz. "Dieses skrupellose Vorgehen und die Tat machen mich fassungslos."

Trauerbeflaggung in Rheinland-Pfalz

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz zeigten sich "zutiefst schockiert". "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen", heißt es in einer Mitteilung der beiden SPD-Politiker. "Die Tat ist entsetzlich. Es bestürzt uns sehr, dass zwei junge Menschen im Dienst ihr Leben verloren haben."

Die Ministerpräsidentin hat aufgrund der Ereignisse als sichtbares Zeichen der Trauer im Einvernehmen mit dem Innenminister Trauerbeflaggung im Land angeordnet. Für alle Streifenwagen des Landes ist Trauerflor vorgesehen.

Auch der designierte Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour bezeichnete den gewaltsamen Tod als "extrem bedrückend". Polizisten leisteten ihren Dienst für das Allgemeinwohl und arbeiteten gerade in der Pandemie "Millionen Stunden und Überstunden". Den Hinterbliebenen drückte er sein Mitgefühl aus

Über dieses Thema berichtete NDR2 am 31. Januar 2022 um 08:30 Uhr in den Nachrichten.