Reisende am Flughafen München gehen zur Registration ins Corona-Testzentrum.  | Bildquelle: dpa

Einreise aus Risikogebieten Ab heute gilt Corona-Testpflicht

Stand: 08.08.2020 03:23 Uhr

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland steigt. Auch deshalb gilt ab heute eine Testpflicht für alle Urlauber, die aus Risikogebieten zurückkommen. Bei Missachtung drohen hohe Strafen.

Von Vera Wolfskämp, ARD-Hauptstadtstudio

Testen, testen, testen: Das gilt nun auch nach dem Urlaub. Freiwillig für alle, die aus dem Ausland zurückkommen - und verpflichtend für die, die in einem Risikogebiet waren. Schon bisher mussten die sich beim Gesundheitsamt melden und ohne negativen Corona-Test in eine zweiwöchige Quarantäne. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagt dazu:

"Das ist tatsächlich vielen bisher nicht bekannt. Und deswegen macht in der Praxis die Testpflicht und das Testangebot bei der Einreise - im Vergleich zu dem, was bisher gelebt wurde - einen echt großen Sicherheitsgewinn."

Die AfD lehnt die Testpflicht ab, alle anderen Parteien halten sie für sinnvoll - sie käme nur etwas spät. Inzwischen sind vielerorts an den Flughäfen Teststationen eingerichtet.

Stichproben an Grenzen

Kommen Reisende auf anderen Wegen zurück, ist die Testpflicht schwieriger durchzusetzen. An den Grenzen soll es stichprobenartige Kontrollen geben, zum Teil auch Testzentren nahe der Grenze oder an Bahnhöfen.

Corona-Testplicht für Rückkehrer aus Risikogebieten
tagesschau 17:00 Uhr, 08.08.2020, Vera Cornette, BR

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Zudem sollen Reisende auf Schiffen, in Bussen und Bahnen Aussteigekarten ausfüllen, die das Gesundheitsamt dann stichprobenartig kontrolliert. Viel nachzuverfolgen also: Die Gesundheitsämter bräuchten Unterstützung, meint Kordula Schulz-Asche, Gesundheitspolitikerin der Grünen:

"Denn es kann nicht sein, dass alles vom öffentlichen Gesundheitsdienst, von den Gesundheitsämtern übernommen wird, die bereits jetzt überlastet sind. Von daher muss sich der Bund, muss sich Jens Spahn um dieses Thema kümmern."

Zumal jeder Test eine Momentaufnahme sei und es eigentlich noch einen zweiten brauche. Manche Bundesländer wollen das extra als verpflichtend festlegen.

Türkei-Urlauber müssen Tests selber zahlen

Möglich ist auch, sich vor Abreise im Urlaubsland testen zu lassen. Bei der Türkei ist das sogar Pflicht - und zwar auf eigene Kosten der Reisenden. Sonst sind die Tests in Deutschland kostenfrei. Das kritisiert Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch. Auch Christine Aschenberg-Dugnus von der FDP findet, wer sich wissentlich in ein Risikogebiet begebe, müsse dann auch die Kosten einer Testung tragen. "Das ist die Verantwortung jedes Einzelnen und darf nicht auf die Kosten anderer gehen."

Viel teurer wäre es, wenn es wieder mehr Corona-Fälle gebe, betont das Bundesgesundheitsministerium. Und die Kosten sollen kein Grund sein, dass mancher den Test umgeht. Das wolle man verhindern, so der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU):

"Wir müssen die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen. Und darum ist klar, wer verpflichtende Tests nicht macht, obwohl er aus einem Risikogebiet kommt, wer das verweigert oder wer auch ganz bewusst gegen die Maßnahmen verstößt, der muss auch mit einem Bußgeld rechnen."

Bis zu 25.000 Euro Strafe

Und das Bußgeld kann drastisch ausfallen: Möglich ist je nach Fall eine Summe von bis zu 25.000 Euro. Vor allem setzt Gesundheitsminister Spahn aber darauf, dass sich viele eigenverantwortlich für den Test melden.

"Denn da, wo das Virus eine Chance hat, breitet es sich aus. Es nimmt keine Rücksicht auf Urlaubsstimmung, auf Gewöhnung oder darauf, dass wir manchmal genervt sind. Es kommt jeden Tag auf uns alle im Alltag an."

Und das gilt nicht nur für den Urlaub, denn wie das Robert Koch-Institut betont, steckt sich ein Großteil in Deutschland an - ob bei Familienfeiern, bei der Arbeit oder bei Treffen mit Freunden.

Ab heute Testpflicht für Reisende aus Risikogebieten
Vera Wolfskämpf, ARD Berlin
07.08.2020 20:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. August 2020 um 02:50 Uhr.

Korrespondentin

Vera Wolfskämpf  | Bildquelle: Jens Jeske/www.jens-jeske.de Logo MDR

Vera Wolfskämpf, MDR

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