Hier leuchtet eine Sternschnuppe über Salgotarjan in Ungarn (Archiv). | AP

Perseiden Sternschnuppenregen steht bevor

Stand: 12.08.2022 15:27 Uhr

Am Wochenende werden dank der Perseiden wieder unzählige Sternschnuppen mit bloßem Auge zu sehen sein. Das Wetter spielt für nächtliche Sternengucker mit - doch ein weiterer Himmelskörper könnte das Spektakel wortwörtlich überstrahlen.

An diesem Wochenende erreicht ein Sternschnuppenstrom am Nachthimmel sein Maximum. Seinen Höhepunkt habe der Perseidenstrom am Samstagmorgen gegen drei Uhr, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde in Deutschland, Sven Melchert.

Während das Wetter am Samstagmorgen und auch in den kommenden Tagen meist einen freien Blick in den Nachthimmel gewährt, gibt es allerdings einen anderen Störfaktor: Der Höhepunkt der verglühenden kosmischen Trümmerteile ist rund 24 Stunden nach Vollmond - und somit stört das Licht des Erdtrabanten das Spektakel für Schaulustige.

30 bis 50 Meteore pro Stunde sind möglich

Um den Schwarm der Perseiden zu sehen, sollten Neugierige nach Angaben der Sternfreunde nach Osten schauen. Sternengucker könnten normalerweise etwa 30 bis 50 Meteore pro Stunde wahrnehmen. Durch den vom Mond aufgehellten Himmel werde man dieses Jahr aber nur einen Blick auf die hellsten Exemplare erhaschen können. Der Trabant stehe die ganze Nacht über dem Horizont.

Das Wetter macht den Sternguckern hingegen keinen Strich durch die Rechnung. "Sieht gut aus", sagte der Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach, Andreas Friedrich. Es gebe keine Wetteränderung und somit weiter milde und sternenklare Nächte. "Die Bedingungen sind wunderbar in ganz Deutschland." Einzig im Südosten vom Erzgebirge bis in den Bayerischen Wald könne es Wolken, aber keine Wolkendecke geben.

Sternfreunde-Vorsitzender Melchert empfiehlt deshalb, sich nicht auf die kurze Zeit des Maximums des Perseidenstroms zu beschränken: "Man kann auch in den Tagen davor und danach sein Glück versuchen".

Trümmerteilchen aus dem Sternbild Perseus

Die Perseiden sind der einzige große Meteorstrom im Sommer und einer der ergiebigsten überhaupt. Ihren Namen haben sie vom Sternbild Perseus. Dort liegt der scheinbare Ausgangspunkt der Perseidenmeteore, der sogenannte Radiant.

Sie sind eine Wolke von Trümmerteilchen des Kometen "109P/Swift-Tuttle", in die die Erde jedes Jahr auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne eintaucht. Der Komet wurde nach Angaben der Sternfreunde am 19. Juli 1862 unabhängig voneinander von Lewis Swift und Horace Tuttle entdeckt und braucht für einen Umlauf um die Sonne rund 133 Jahre. Das nächste Mal dürfte der Komet von der Erde aus im Jahr 2126 sichtbar werden.

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur des Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel aus Kometenstaub mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein - also mit einer Geschwindigkeit von 216.000 Kilometern pro Stunde. In einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinungen: die Sternschnuppen.

Über dieses Thema berichtete N3 Hallo Niedersachsen am 13. August 2022 um 19:30 Uhr.