Verschiedene Warn-Apps, darunter die Notfall-Informations- und Nachrichten-App "Nina" des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, sind auf auf einem Smartphone zu sehen. | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Verwirrung um Corona-Warnung Entwarnung, aber keine Entwarnung

Stand: 02.09.2022 20:39 Uhr

Eine Formulierung in der Warnapp NINA hat für Verwirrung gesorgt. Inhaltlich ging es darum, die bundesweite Corona-Warnung aufzuheben. In der App tauchte allerdings eine "Entwarnung" auf. Nun soll nachgebessert werden.

Über die NINA-Warnapp wurde am Freitag eine verwirrende Meldung verschickt. Die inhaltliche Nachricht: Die bundesweite Corona-Warnung ist aufgehoben. Wörtlich war in der App allerdings von einer "Entwarnung" die Rede.

Konkret zu lesen war folgende Überschrift: "Entwarnung: Coronavirus: Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit". Im Text hieß es dann weiter: "Dies ist die Entwarnung zur Warnung 'Coronavirus: Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit' vom 07.04.2022". Diese Warnung sei aufgehoben.

Potenzielle Verwirrung bei Nutzenden

Diese Nachricht barg ein gewisses Verwirrungspotenzial - dürften sich einige doch die Frage gestellt haben, ob Corona nun von offizieller Seite nicht mehr als Gefahr eingestuft wird. Das Bundesgesundheitsministerium trat diesem Eindruck entgegen. Man habe lediglich einen aktualisierten Text an das für die App zuständige Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) geschickt.

"Coronavirus ist weiterhin eine ernste Gefahr"

In diesem Text, der in der App nach den oben zitierten Zeilen zu sehen ist, heißt es wörtlich: "Dies ist eine wichtige Information des Bundesministeriums für Gesundheit. Das Coronavirus ist weiterhin eine ernste Gefahr für Ihre Gesundheit. Nutzen Sie die Angebote für die Corona-Schutzimpfung und frischen Sie - wenn nötig - Ihren Impfschutz auf. Auch wenn die bundesweite Warnung hiermit aufgehoben wird, beachten Sie auch weiterhin die gegebenen Handlungsempfehlungen, vor allem die AHA-Regeln."

Ein Ministeriumssprecher verwies zudem auf das Robert Koch-Institut, das eine Gefährdung durch Covid-19 für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt weiter als hoch einschätze.

Technische Hintergründe

Dass die Formulierung in der NINA-Warnapp Raum für eine gewisse Unschärfe lässt, hat technische Gründe. Das erklärte das BBK. Wie das Amt erläuterte, gibt es in der App nur die drei Zustände "Warnung", "Aktualisierung" und "Entwarnung". Eine bestehende Warnung einfach "still" herauszunehmen, ist demnach bisher nicht möglich. Das heißt: Sobald das Amt eine Warnung im System verändert, versendet die App eine Aktualisierung. Die bundesweite Corona-Warnmeldung wurde dementsprechend unter dem technischen Titel "Entwarnung" entfernt. 

System soll weiterentwickelt werden

Um künftig Verwirrungen vorzubeugen, soll das System den Angaben des Amtes zufolge jetzt weiterentwickelt werden. Dann soll es möglich sein, Meldungen auch "still" - also ohne Benachrichtigung - aus der App herauszunehmen. Im konkreten Fall schärfte das BKK mit den folgenden Worten nach:

Um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen: Die Corona-Pandemie besteht fort. Für Corona gibt es keine Entwarnung!

Das BKK erklärte außerdem, das regelmäßige "Aufräumen" in der App sei nötig, damit "aktuelle Warnmeldungen für die Nutzerinnen und Nutzer besser wahrgenommen werden können".

Wie kommen Warnungen in Warnapps?

Die Medien-Communikations-Gesellschaft mbH (mecom) - ein Tochterunternehmen der Deutschen Presse-Agentur - entwickelt und betreibt unter anderem das Modulare Warnsystem MoWaS für die Bundesrepublik Deutschland. Mit MoWaS werden amtliche Warnmeldungen für die Bevölkerung erfasst und an eine Vielzahl von Warnmultiplikatoren gesichert verteilt. Darunter sind etwa Medien oder Warn-Apps wie NINA.

Teile der Warn-App NINA werden von der dpa-Abteilung Custom Content im Auftrag des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mit amtlichen Informationen bestückt, die öffentlich verfügbar sind.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 02. September 2022 um 08:45 Uhr.