Die Grafik zeigt das Museum der Moderne beim Kulturforum am Potsdamer Platz Berlin Tiergarten. (Quelle: Stiftung Preußischer Kulturbesitz/Herzog & de Meuron)

Bund bewilligt Mehrkosten Berlins Museum der Moderne kann kommen

Stand: 14.11.2019 17:33 Uhr

Trotz enormer Kostensteigerungen kann das Mega-Projekt gebaut werden: Das Museum der Moderne in Berlin kostet 364 Millionen Euro - fast doppelt soviel wie ursprünglich veranschlagt. Der Bund bewilligte nun das Geld.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat die umstrittene Finanzierung des Museums der Moderne in Berlin bewilligt. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte für die Baukosten von rund 364 Millionen Euro. Das sagten die Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch (Linke) sowie der Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) dem rbb.

Die Kosten liegen deutlich höher als zunächst geplant. Beim Startschuss der Planungen waren 200 Millionen Euro veranschlagt worden - nun wird mit fast doppelt soviel gerechnet. "Diese Summe ist für mich eine echte Schmerzgrenze“, sagte Grütters. "Deshalb haben wir gemeinsam mit den Abgeordneten für ein strenges Kostenmanagement geworben, das Bauherren, Planer und Architekten verpflichtet, im Sechs-Monats-Rhythmus dem Bundestag über den Mittelabfluss und die Kostenentwicklung zu berichten. Kostenbewusstes Bauen und eine strenge Haushaltsdisziplin sind nicht nur unser aller Ehrgeiz, sondern hoffentlich auch ein vertrauensbildendes Signal."

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Das geplante Museum der Moderne in Berlin

Die Grafik zeigt das Museum der Moderne am Kulturforum in Berlin Tiergarten. (Quelle: preussischer-kulturbesitz.de)

Das geplante Museum der Moderne der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron, die auch die Elbphilharmonie in Hamburg entworfen haben.

Viel Kritik - mal offen, mal hinter vorgehaltener Hand

Die Opposition übte Kritik, auch wenn sie den Bau nicht grundsätzlich in Zweifel zog. "Die Schmerzgrenze der FDP ist bei diesem Projekt schon lange überschritten, das muss man klar und deutlich sagen", sagte Otto Fricke, Haushaltsexperte der Liberalen im Bundestag. Und Anja Hajduk von den Grünen meinte: "Dieses Museum soll ja schließlich von den Bürgerinnen und Bürgern auch akzeptiert werden. Im Moment ist die Öffentlichkeit völlig irritiert. Heißt das eigentlich, so ein Museum kann kosten, was es will?"

Bundeskanzlerin Angela Merkel soll eine Befürworterin des Museumsbaus sein. Manche Haushälter von Union und SPD grummeln, aber eher hinter vorgehaltener Hand.

Mehr Ausstellungsfläche für moderne Kunst

Zwischen Philharmonie und Neuer Nationalgalerie nahe dem Potsdamer Platz soll das neue Museum der Moderne einmal entstehen, dort wo heute noch eine große Brache liegt. Der neue Bau soll den Platz beleben und auch ein jahrelanges Ärgernis beheben: dass moderne Kunst in Berlin zu wenig Ausstellungsfläche hat. In der Neuen Nationalgalerie nebenan ließen sich nur etwa 20 Prozent der Bestände präsentieren, erklärt Grütters - von Werken der Künstlergruppe "Brücke" aus dem Expressionismus bis hin zu Werken von Joseph Beuys.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) im Bundestag in Berlin. | Bildquelle: FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX
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Kulturstaatsministerin Grütters ist überzeugt, dass die Kosten des Museumsbaus nicht weiter aus dem Ruder laufen werden.

Der Bau soll über rund 9200 Quadratmeter Ausstellungsfläche verfügen. Das Architektenduo der Hamburger Elbphilharmonie ist für das neue Berliner Museum zuständig - allerdings mit einem weit unspektakuläreren Entwurf: Kritiker sprechen bei der schlichten Kunsthalle von einer übergroßen Scheune. Dass den Schweizer Architekten bei der Elbphilharmonie die Kosten extrem aus dem Ruder liefen, macht Grütters keine Angst fürs Berliner Projekt, im Gegenteil: "Die werden alles daransetzen, dass sie hier gerade nicht den Ruf der Elbphilharmonie mit dieser Verteuerung bestätigen werden, sondern den soliden Ruf als gute Architekten, die sich an Kostenobergrenzen halten können."

Mit Informationen von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio

Politik bewilligt 364 Mio. Euro für das Museum der Moderne in Berlin
Vera Wolfskämpf, ARD Berlin
14.11.2019 19:15 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 14. November 2019 um 17:40 Uhr.

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