Angela Merkel spricht auf der Klimakonferenz COP23 in Bonn. | Bildquelle: REUTERS

Merkel bei Klimakonferenz Klimawandel als "Schicksalsfrage"

Stand: 15.11.2017 17:46 Uhr

Mit Spannung war Merkels Rede auf der Klimakonferenz erwartet worden. Den Klimawandel bezeichnete die Kanzlerin als "Schicksalsfrage" für die Welt - doch konkrete Schritte nannte sie nicht. Umweltschutzverbände reagierten enttäuscht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Klimawandel als eine "Schicksalsfrage" für die Welt bezeichnet. Er sei "eine, wenn nicht sogar die zentrale Herausforderung der Menschheit", sagte sie in ihrer Rede bei der Weltklimakonferenz in Bonn.

Mit den bisher beschlossenen Maßnahmen könnten die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht erreicht werden. Deshalb bedürfe es unbedingt zusätzlicher Anstrengungen. "Ich will ganz offen sprechen", sagte Merkel, "das ist auch in Deutschland nicht einfach." Sie verspreche aber: "Wir in Deutschland werden uns mühen."

Der Reduzierung der Kohlekraft wies sie die zentrale Rolle für die Klimaziele in Deutschland zu. Gerade das Ziel für 2020 bedeute eine große Herausforderung, sagte die CDU-Vorsitzende. Deutschland als Land, das noch in hohem Maße Kohle verwende - insbesondere Braunkohle -, müsse "einen wesentlichen Beitrag leisten, um diese Ziele zu erreichen".

Dabei gehe es aber auch um Arbeitsplätze und um die Bezahlbarkeit der Energie. Wie dies zu lösen sei, dazu werde man in den nächsten Tagen miteinander ganz präzise diskutieren müssen, sagte sie mit Blick auf die Sondierungsgespräche von Union, FDP und Grünen. Die deutschen Klimaschutzanstrengungen spielten in den Gesprächen in diesen Tagen eine zentrale Rolle, so die Kanzlerin.

Umweltschutzverbände enttäuscht

Die Umweltschutzverbände zeigten sich enttäuscht von der Rede. "Angela Merkel hat sich heute vor der einzigen Antwort gedrückt, die sie in Bonn geben musste: Bis wann steigt Deutschland aus der Kohle aus?", kritisierte Greenpeace-Geschäftsführerin Sweelin Heuss. "Mit ihrem Schweigen zur Schicksalsfrage der deutschen Klimapolitik verspielt die Kanzlerin auch den letzten Rest ihres alten Klimaruhms."

WWF-Experte Michael Schäfer bemängelte, Merkel habe nur auf die schwierigen Jamaika-Verhandlungen verwiesen. "Wir aber wollen und müssen Taten sehen. Wir erwarten von der Bundeskanzlerin, dass sie so viel dreckige Kohle aus dem Stromsystem nimmt, wie nötig ist, um das deutsche Klimaziel 2020 zu erreichen."

Jan Kowalzig von der Umweltschutz- und Hilfsorganisation Oxfam sagte, es reiche nicht, darauf zu verweisen, wie schwierig das alles in der Umsetzung sei. Merkel hätte von Bonn aus unbedingt ein "unmissverständliches Signal nach Berlin" senden müssen, und zwar für einen "schrittweisen Ausstieg aus der schmutzigen Kohle".

Kohleausstieg - ein besonders strittiges Jamaika-Thema

Mit Spannung war erwartet worden, ob Merkel in ihrer Rede bereits zentrale Pläne eines möglichen Jamaika-Bündnisses für den Klimaschutz nennen würde. Bei den Sondierungsverhandlungen gilt er als eines der besonders strittigen Themen.

Konkret geht es dabei unter anderem um die Frage, was getan werden muss, um das deutsche Ziel für 2020 zu erreichen, wonach der CO2-Ausstoß im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent reduziert werden soll. Union und FDP haben angeboten, Kohlekraftwerke im Rahmen einer Leistung von drei bis fünf Gigawatt herunterzufahren. Das entspräche etwa zehn größeren Kraftwerken. Die Grünen wollen jedoch einen Verzicht von acht bis zehn Gigawatt, wofür sie eine Abschaltung von 20 Kohlekraftwerk-Blöcken für notwendig halten.

Macron setzt Enddatum bei Kohle-Energie

Anders als Deutschland will das auf Atomkraft setzende Frankreich schon in wenigen Jahren komplett auf Kohle-Energie verzichten. Das erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron in seiner Rede. Frankreich habe beschlossen, bis Ende 2021 alle Kohlekraftwerke stillzulegen. Zudem wolle sein Land erneuerbare Energien stärker fördern.

Europa forderte er auf, eine von den USA aufgerissene Lücke bei der Finanzierung von Klimaforschung auszufüllen. Der wichtige Weltklimarat IPCC sei aktuell bedroht, da die Vereinigten Staaten entschieden hätten, nicht mehr für seine Finanzierung zu garantieren, sagte Macron. "Daher schlage ich vor, dass Europa Amerika ersetzt." Frankreich werde dieser Herausforderung begegnen.

Weltklimakonferenz: Bundeskanzlerin Merkel bekräftigt Ziele Treibhausgase zu mindern
tagesschau 17:00 Uhr, 15.11.2017, Birand Bingül, WDR

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. November 2017 um 17:00 Uhr.

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