Atemschutzmasken | Bildquelle: dpa

Coronavirus Maskenpflicht für alle?

Stand: 18.04.2020 19:50 Uhr

Eigentlich sollte das Tragen von Mundschutzmasken nur eine Empfehlung sein. Doch erste Bundesländer und Kommunen haben sie bereits zur Pflicht gemacht - und auch die Polizeigewerkschaften sprechen sich dafür aus.

In der Debatte über eine Maskenpflicht mehren sich die Stimmen, die sich dafür aussprechen. Auch die Polizeigewerkschaften GdP und DPolG plädierten dafür, dass in Bussen, Bahnen und Geschäften eine Schutzmaske getragen werden müsse. DPolG-Chef Rainer Wendt sagte dem "Handelsblatt", dass eine bundeseinheitliche Regelung und eine Tragepflicht "wünschenswert" gewesen wären.

Auch GdP-Vize Jörg Radek sprach sich für eine Maskenpflicht aus, Das sei ein geringer "Eingriff zum Zwecke der Minimierung des Ansteckungsrisikos". Radek betonte, dass die Maßnahme auch Polizisten bei ihren Einsätzen helfe.

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, sagte dem "Handelsblatt", dass "für die Kriminalpolizei wie alle übrigen Sicherheitsbehörden Bürgerkontakte umso sicherer werden, je mehr Masken getragen werden".

Bund und Länder hatten am Mittwoch den Bürgern Masken beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln "dringend empfohlen", aber keine Tragepflicht vereinbart. Einige Länder gehen nun allerdings unterschiedliche Wege: Sachsen will an diesem Montag und Mecklenburg-Vorpommern am übernächsten Montag eine Pflicht einführen.

Weil: Masken bald Pflicht

In Niedersachsen führt die Stadt Wolfsburg ab Montag eine Maskenpflicht ein. Diese gelte in den Geschäften, in öffentlichen Gebäuden, Arztpraxen, medizinischen Einrichtungen und in Bussen, teilte die Kommune mit. Mit einer Übergangsfrist von einer Woche gelte sie zunächst bis zum 6. Mai. Ausgenommen seien Kinder unter sechs Jahren. Auch wenn erste Geschäfte wieder öffnen dürften, sei die Gefahr des Coronavirus noch lange nicht gestoppt und überwunden, sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD).

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil rechnet damit, "dass Alltagsschutzmasken bald zu unserem öffentlichen Leben gehören" und etwa im Nahverkehr generell "bald zur Pflicht werden". Ein solcher Schritt könne jedoch erst erfolgen, "sobald sie ausreichend verfügbar sind", sagte Weil der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Weil geht davon aus, dass die Krise noch lange andauern wird. "Leider muss man nüchtern feststellen, dass das wohl mindestens noch ein Jahr dauern wird", sagte der Ministerpräsident. Er verwies dabei auf Einschätzungen medizinischer Experten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. April 2020 um 15:45 Uhr.

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