Abgeriegelte Unterkünften auf dem Gelände eines Bauernhofs in Mamming | dpa

Corona-Ausbruch in Bayern Höhere Strafen bei Hygiene-Verstößen

Stand: 27.07.2020 11:28 Uhr

Höhere Strafen, mehr Kontrollen und ein Appell an die Bevölkerung: Bayern reagiert auf die Corona-Fälle auf einem Gemüsehof. "Corona kommt schleichend zurück, aber mit aller Macht", sagte Ministerpräsident Söder.

Bayern reagiert auf den Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming: Dort hatten sich 174 Erntehelfer infiziert. Die Landesregierung kündigte nun an, die Bußgelder bei Hygiene-Verstößen in der Landwirtschaft zu verfünffachen. 25.000 Euro statt wie bisher 5000 Euro sollen Betriebe zahlen, in denen nicht sorgfältig genug vorgesorgt wird. Auf dem Hof in Mamming war das vorgeschriebene Hygienekonzept nach Angaben des Landrats nicht vollständig umgesetzt worden.

Markus Söder  | AFP

Ministerpräsident Söder warnt vor Leichtsinn, Unvernunft und mangelnder Vorsicht. Bild: AFP

Mehr Kontrollen

Söder kündigte zudem an, in der Erntezeit die Kontrolldichte für Betriebe zu erhöhen. Die Kontrollen seien unangemeldet Tag und Nacht möglich. Er warnte vor Leichtsinn, Unvernunft und mangelnder Vorsicht im Umgang mit dem Virus. "Corona kommt schleichend zurück, aber mit aller Macht."

Es habe in den vergangenen Tagen und Wochen teilweise auch bewusste Verstöße gegen Hygienekonzepte und Regeln gegeben. Man müsse nun aufpassen, dass aus vielen Einzelfällen keine zweite Infektionswelle werde. Söder forderte die Menschen im Freistaat dazu auf, wieder mehr Vorsicht walten zu lassen - im privaten Bereich ebenso wie etwa im Urlaub oder am Arbeitsplatz.

174 von 479 Erntehelfern infiziert

Das Vorgehen der Behörden bei dem Betrieb in Mamming im Landkreis Dingolfing-Landau lobte Söder als "schnell und konsequent". Auf dem Hof waren 174 von 479 Erntehelfern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der komplette Betrieb wurde unter Quarantäne gestellt. Alle Saisonarbeiter sollen verpflichtend getestet werden.

Sie kommen aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine und wurden bei der Gurkenernte eingesetzt. Einer der Infizierten wird im Krankenhaus behandelt, einige weitere weisen nach Ministeriumsangaben Symptome auf.

Bevölkerung kann sich testen lassen

Auch den 3300 Einwohnern der Gemeinde werde die freiwillige Testung in einem mobilen Testzelt angeboten, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Gerade in einer Situation wie dieser sei dies ein sehr wichtiges Angebot an die Bevölkerung.

SPD-Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn bemängelte zu lasche Kontrollen. "Dieser Ausbruch kam mit Ansage. Markus Söder und die zuständige Ministerin Huml tragen deshalb eine Mitverantwortung." Im Morgenmagazin von ARD und ZDF verteidigte Huml das Vorgehen der Regierung. Man habe, sobald am Freitag die ersten Infektionen auf dem Hof festgestellt worden seien, sehr schnell und konsequent gehandelt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Juli 2020 um 04:47 Uhr.