Eine menschenleere Geschäftsstraße in Mainz. | dpa

Zu viele Kontakte in der Pandemie Amtsärzte fordern harten Lockdown

Stand: 31.03.2021 11:22 Uhr

Die Amtsärzte fordern einen konsequenten Lockdown: Durch Lockerungen gebe es zu viele Kontakte. Auch die Intensivmediziner haben erneut dafür plädiert. Dem RKI wurden zuletzt mehr als 17.000 Neuinfektionen gemeldet.

Die deutschen Amtsärzte fordern in der Corona-Pandemie einen konsequenten Lockdown. "Lockerungen führen dazu, dass die Menschen zu viele Kontakte haben", sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, der "Rheinischen Post".

Impfungen brechen dritte Welle nicht

Verbunden mit hohen Fallzahlen werde die Nachverfolgbarkeit für die Gesundheitsämter "schwierig bis unmöglich", so Teichert weiter. "Und wenn wir die Kontakte von Infizierten nicht nachverfolgen können, dann gerät die Pandemie vollends außer Kontrolle."

Die Impfungen könnten die dritte Welle, inmitten der man sich befinde, noch nicht brechen, so Teichert. Die Fallzahlen zu senken sei daher entscheidend. "Dies ist nur mit einem konsequenten Lockdown machbar", betonte die Amtsärztin. Außerdem fehle in den Gesundheitsämtern weiterhin Fachpersonal, kritisierte sie.

Testen, Impfen und Apps zur Nachverfolgung

Parallel zum Lockdown müssten zudem Konzepte entwickelt werden, wie mit einer Test- und Impfstrategie sowie mit Apps zur digitalen Nachverfolgung Lockerungen möglich seien - "aber erst, wenn die Fallzahlen unten sind", so Teichert weiter. Zu dieser Strategie gehöre auch, genau zu erklären, wie Menschen und Institutionen vorgehen sollen, wenn ein Schnelltest eine Infektion anzeigt. Der lapidare Hinweis "Melden Sie sich bei Ihrem Hausarzt oder Gesundheitsamt" reiche nicht aus und lasse viele hilflos zurück. 

"Jeder zweite beatmete Corona-Patient stirbt auf Intensivstation"

Der Intensivmediziner Gernot Marx von der Uni Aachen fürchtet eine drastische Überlastung der Intensivstationen. Im ARD-Morgenmagazin erklärte er: "Wir fordern schon seit vielen Wochen eine konsequente Durchführung eines harten Lockdowns." Beispiele in Portugal oder Griechenland hätten gezeigt, wie man erfolgreich mit der neuen Corona-Mutation umgehen könne. "Es geht darum, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Es geht nicht um Öffnungen und Lockerungen", betonte der Mediziner. Jeder zweite Corona-Patient, der beatmet werde, sterbe auf der Intensivstation.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer warnt vor einer baldigen Überlastung der Krankenhäuser. "Der Blick in jedes andere Nachbarland Deutschlands zeigt, was passieren wird: Wir werden Zahlen bekommen von 500, 600, 700 Inzidenz, wenn wir es nicht anhalten", sagte Kretschmer dem Fernsehsender RTL. Das schaffe aber kein Gesundheitssystem der Welt - auch nicht das deutsche.

Kretschmer sieht das Problem in der Bevölkerung, da sich ein zu großer Teil der Bürger nicht mehr an die Corona-Maßnahmen halte. "Zu viele machen Kompromisse, zu viele gehen ihren eigenen Weg. Und das sieht man unmittelbar im Infektionsgeschehen." Kretschmer forderte mehr Eigenverantwortung der Bürger. Diese müsse bereits zu Ostern greifen, zu viel Sorglosigkeit führe zu weiter steigenden Infektionszahlen.  

RKI: Mehr als 17.000 Neuinfektionen

Unterdessen haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 17.051 Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 249 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 15.813 Neuinfektionen und 248 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Morgen bundesweit bei 132,3 - und damit etwas unter dem Niveau des Vortags (135,2).

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 am 31. März 2021 um 06:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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krittkritt 31.03.2021 • 14:47 Uhr

Obduktionen ergaben offensichtlich auch andere Ergebnisse.

@10:11 von ich1961 Der Gerichtsmediziner Dr. Dietmar Benz hatte über 120.000 Verstorbene begutachtet. Ihm fielen bei den "Corona-Toten" Unplausibiltäten auf. „Dazu muss ich zunächst ausführen, dass das Durchschnittsalter der von mir untersuchten, als SARS-CoV-2 positiv in den Leichen-Papieren bezeichneten Personen, bei etwa 84 Jahren liegt. Die Lebenserwartung in Deutschland liegt bei rund 81 Jahren. Unter Berücksichtigung der aus den Todesbescheinigungen hervorgehenden, häufig unvollständig ausgefüllten Kausalketten zum Todesgeschehen, sowie unter Einbeziehung meiner Untersuchungsbefunde, kann ich sagen, dass die meisten aller über etwa 80 Jahre alten als Covid-19 deklarierten Verstorbenen schwere, meist mehrfache Vorerkrankungen aufgewiesen haben, die alleine für sich geeignet sind, das todesursächliche Geschehen zu erklären.“ „Das Leben dieser Menschen dürfte auch ohne eine Infektion zu Ende gewesen und der Tod auch unabhängig von einer Infektion eingetreten sein.“