Männliche Küken sollen künftig nicht mehr getötet werden. | dpa

Tierschutz Kükentöten soll ab 2022 verboten sein

Stand: 09.09.2020 16:05 Uhr

Kaum geschlüpft werden männliche Küken getötet. In der Zucht von Legehennen ist das noch gängige Praxis. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner will das in Zukunft verbieten.

45 Millionen männliche Küken werden in Deutschland jedes Jahr in der Legehennenzucht getötet. Denn sie legen keine Eier und setzen auch nicht genügend Fleisch an, um sie erst zu mästen und dann zu schlachten. Schon lange wird in Deutschland über ein Verbot dieser Praxis diskutiert. Nun hat Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner einen Gesetzentwurf für ein Verbot vorgelegt.

Ab Januar 2022 soll demnach das Töten von männlichen Küken verboten sein. Züchter müssen dann vor dem Schlüpfen das Geschlecht bestimmen und die Eier mit männlichen Küken aus der Brut nehmen. Ein Küken wird 21 Tage lang bebrütet. Technisch möglich ist eine Geschlechtsbestimmung derzeit innerhalb des neunten bis vierzehnten Bebrütungstages.

Zweistufiges Verbot geplant

Schmerzempfindlich sind die Kükenembryos im Ei aber schon ab dem siebten Tag. Der Gesetzentwurf sieht deshalb eine Verschärfung für das Jahr 2024 vor. Ab dann müssen männliche Embryonen vor dem siebten Bruttag aussortiert werden.

Die Ministerin zeigte sich überzeugt, dass die Branche mit dem Gesetzentwurf genügend Zeit habe, sich umzustellen. Die von ihrem Ministerium geförderten Verfahren zur Bestimmung des Geschlechts im Ei zwischen dem neunten und  vierzehnten seien inzwischen "marktreif".

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt den Vorschlag, kritisierte aber das Gesetz komme zu spät und sei nicht konsequent genug. Mit dem zweistufigen Verbot, das ein Töten von schmerzempfindlichen Embryonen erst im Jahr 2024 vorsieht, bekäme die Industrie nach der jahrelangen Debatte um ein Verbot noch einmal zwei weitere Jahre Zeit.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. September 2020 um 16:00 Uhr.