Ein kleines Kind geht an der Hand eines Erwachsenen eine Straße entlang | AP

Statistik zu Kindeswohl Weniger Armut - mehr Gewalt

Stand: 19.11.2019 11:39 Uhr

Etwa 13,6 Millionen Kinder und Jugendliche leben in Deutschland. Finanziell hat sich ihre Situation 2018 verbessert: Weniger Kinder waren von Armut bedroht. Zugenommen haben Fälle von Vernachlässigung und Gewalt.

2018 waren in Deutschland 2,4 Millionen Kinder und Jugendliche von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Das ist ein Rückgang um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das teilte das Statistische Bundesamt anlässlich des morgigen Internationalen Tages der Kinderrechte mit.

Verbessert hat sich die Situation für unter 18-Jährige auch beim Thema Urlaub. So konnten sich mehr Haushalte mit Kindern eine einwöchige Urlaubsreise leisten. Gaben 2017 noch 15,5 Prozent der Menschen an, dass das finanziell nicht möglich sei, waren es 2018 nur noch 13,4 Prozent.

Kindeswohl öfter gefährdet

Dagegen ist die Zahl derjenigen Kinder und Jugendlichen gestiegen, bei denen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt wurde. Jugendämter registrierten in 50.400 Fälle eine Vernachlässigung, psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt. Im Vergleich zu 2017 stieg der Wert um zehn Prozent.

Wenn es die Situation erfordert, werden Minderjährige zu ihrem Schutz in staatliche Obhut genommen: In rund 6200 Fällen ordneten Jugendämter diesen Schritt aufgrund von Misshandlungen an - in 6000 Fällen wegen Vernachlässigungen und in 840 Fällen aufgrund von sexueller Gewalt.

Nach der UN-Kinderrechtskonvention stehen Kinder unter dem besonderen Schutz des Staates. Derzeit leben rund 13,6 Millionen minderjährige Kinder und Jugendliche in Deutschland.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. November 2019 um 14:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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schabernack 19.11.2019 • 21:06 Uhr

20:17 von Silverfuxx

«Aber in Deutschland werden Kinderrechte ja auch nicht ins GG aufgenommen. Zu fortschrittlich will man ja dann auch nicht sein.» Mit "nicht zu fortschrittlich sein wollen" hat das erst einmal weniger zu tun. Schreibt man in Verfassungen ja nicht irgendwelche Worte in Artikel … oder … rein. Verfassungen einiger Bundesländer haben Passagen, die ausdrücklich zu Kinderrechten sind (bspw. NRW + BAY). Was sei in der Bundesverfassung explizit als Kinderrecht definiert? Dessen Verwirklichung bzw. Schutz bisher nicht ausdrücklich stark genug berücksichtigt ist? Welche Verpflichtungen würden sich daraus evtl. für den Staat ergeben? Verpflichtungen, die "einklagbar" sein müssen + wären. Die Umsetzung welcher Vorgaben auch immer. Obliegt dann wieder den einzelnen Kommunen im Land. Welche "Lasten" wären das? Nicht nur finanziell … Ich weiß nicht, welche Länder explizit Kinderrechte in der Verfassung haben. Wende mich nicht grundsätzlich dagegen. Aber sooo einfach ist "das Ganze" nicht …