Integrationskurse | Bildquelle: dpa

Bericht vorgelegt "Deutschland kann Integration"

Stand: 03.12.2019 17:33 Uhr

Die Integrationsbeauftragte der Regierung, Widmann-Mauz, hat ihren Bericht vorgestellt: Deutschland sei ein Einwanderungsland, so ihr Fazit. Trotzdem sei noch viel zu tun - besonders bei der Sprache.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, hat eine positive Bilanz der Integration von Einwanderern gezogen und zugleich weitere Anstrengungen gefordert. Deutschland sei ein Einwanderungsland und "kann Integration" erklärte die die CDU-Politikerin anlässlich der Veröffentlichung des 12. Integrationsberichts in Berlin.

Die Integrationsbeauftragte der Regierung Widmann-Mauz | Bildquelle: dpa
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Zieht eine positive Bilanz der Integration von Einwanderern: Die Integrationsbeauftragte der Regierung Widmann-Mauz.

Verpflichtende Sprachtests gefordert

Es müsse aber in einigen Bereichen mehr getan werden, so Widmann-Mauz. Nachholbedarf sieht sie bei der Bildung von Migranten. So fordert sie insbesondere eine bessere Sprachförderung und deutschlandweit verpflichtende Sprachtests für Kinder vor der Einschulung. Frauen benötigten mehr Unterstützung, damit sie berufstätig sein könnten. Die Quoten bei gut ausgebildeten Einwanderinnen liegen dem Bericht zufolge deutlich unter denen einheimischer Frauen. "Fast jede zweite arbeitslose Frau hat einen Migrationshintergrund", sagt Widmann-Mauz. "Und auch wenn wir uns die Zahlen anschauen, wie sich die Herkunft der Kinder auf ihre Zukunft auswirkt, stellen wir fest, dass die soziale Herkunft den späteren Erfolg in Schule und Beruf bestimmen."

Insgesamt hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt aber verbessert. Beispielsweise ist die Zahl der Asylsuchenden mit einem Job ist gestiegen. Allerdings gehört zur Wahrheit auch, dass zwei Drittel dieser Menschen im Niedriglohnsektor arbeiten und sie insgesamt ein höheres Armutsrisiko haben.

Jeder Vierte hat Migrationshintergrund

Dem Bericht zufolge hat ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland (25,5 Prozent) einen Migrationshintergrund. Von diesen knapp 21 Millionen Menschen hatten 2018 mehr als die Hälfte (52 Prozent) den deutschen Pass. Daher müsse man vom "Wir" und "Ihr" wegkommen, heißt es in dem Bericht: Vielfalt sei Normalität.

Die Opposition moniert dagegen, dass Migranten nicht die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten. Die integrationspolitische Sprecherin der Linken, Gökay Akbulut, kritisiert, auch der Staat gehe nicht mit gutem Beispiel voran: "Es gibt sehr wenige Migranten in zweiter und dritter Führungsebene, auch im öffentlichen Dienst."

Bundesregierung stellt Integrationsbericht vor
tagesschau 20:00 Uhr, 03.12.2019, Michael Stempfle, ARD Berlin

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Kampf gegen Extremismus

In dem Bericht wird zudem mehr Anstrengungen gegen Fremdenfeindlichkeit gefordert. Nach dem Anschlag von Halle und dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke müsse klar sein, dass Rechtsextremismus, Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit eine reale Gefahr seien, die konsequent und nachhaltig bekämpft werden müsse, so die Integrationsbeauftragte. Das gelte genauso für den islamistischen Extremismus. 

Der 12. Integrationsbericht umfasst den Zeitraum von August 2016 bis April 2019. Die Einwanderung ist in diesen Jahren zurückgegangen. 2018 kamen 1,6 Millionen Menschen, 300.000 weniger als noch 2016. Die Mehrheit von 53 Prozent kam aus EU-Ländern. Die Zahl der Asylanträge ist deutlich zurückgegangen, von rund 745.500 im Jahr 2016 auf rund 141.900 in den ersten zehn Monaten dieses Jahres.

Mit Informationen von Uli Hauck, ARD-Hauptstadtstudio

Bericht der Integrationsbeauftragten Widmann-Mauz
Uli Hauck, ARD Berlin
03.12.2019 16:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Dezember 2019 um 13:00 Uhr.

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