Markus Söder | dpa

K-Frage der Union Söder will CDU-Entscheidung respektieren

Stand: 19.04.2021 15:56 Uhr

CSU-Chef Söder will sich der Entscheidung der CDU über einen Kanzlerkandidaten beugen. Bei der berät momentan der Bundesvorstand die K-Frage. Allerdings erneuerte Söder sein Angebot, das Spitzenamt zu übernehmen.

CSU-Chef Markus Söder hat seine Kanzlerkandidatur zum Teil an das Votum des CDU-Bundesvorstands am Abend geknüpft. "Wenn die CDU heute Abend souverän zu einer klaren Entscheidung kommt, werden wir das respektieren", sagte er nach einer CSU-Präsidiumssitzung in München.

"Wir sind die kleinere Schwester"

Er selbst sei zu einer Kanzlerkandidatur bereit, wenn er breite Unterstützung aus der großen Schwesterpartei CDU bekomme, fügte er hinzu. "Breite Unterstützung heißt, wenn Vorstand, Fraktion und Basis das gemeinschaftlich wollen", betonte Söder. "Wird es Armin, hat er meine volle Unterstützung. Darauf kann er sich zu 100 Prozent verlassen", sagte der bayerische Ministerpräsident.

Umgekehrt erwarte er im Fall der Entscheidung für ihn volle Unterstützung der CDU. Er werde jeden Ausgang "ohne Groll" akzeptieren. "Wir sind die kleinere Schwester und können uns nicht überheben." Söder betonte, dass die "menschliche Brücke" zu Laschet auf jeden Fall bleibe. Auch für Laschets politische Karriere sehe er kein Problem, sollte dieser nicht Kanzlerkandidat werden.

Einen dauerhaften Schaden für die Union befürchtet Söder nach eigenen Angaben nicht. Wenn der Prozess "mit Stil und Anstand" auch am Ende zu einem Ergebnis führe, "dann glaube ich, wird es uns eher möglicherweise sogar stärken, weil es auch eine Selbstvergewisserung ist, die jetzt stattfindet".

Söder verteidigt sich

Söder verteidigte sich gegen Vorwürfe, dass er keine Gremienentscheidungen respektiere. Er sei Anhänger und Verteidiger der repräsentativen Demokratie. Aber man müsse eben in einer modernen repräsentativen Demokratie auch auf die Parteimitglieder, Abgeordnete und Bevölkerung hören. Nun finde die entscheidende Diskussion in der CDU statt.

Vor dem Hintergrund des Kandidatenstreits hatte CDU-Chef Laschet für den Abend eine Sondersitzung des CDU-Bundesvorstands einberufen. Er wolle dabei einen Vorschlag unterbreiten, wie die Unionsparteien "sehr schnell in dieser Woche zu den erforderlichen Entscheidungen kommen".

Treffen in Berlin ergebnislos

Seit mehr als einer Woche streiten Laschet und Söder über die Frage, wer von ihnen als Kanzlerkandidat für die Union zur Bundestagswahl am 26. September antritt. Eigentlich hatten sie bis Sonntag eine Lösung präsentieren wollen. In der Nacht zum Montag berieten beide rund dreieinhalb Stunden in einem Gebäude des Bundestags in Berlin. Es gab aber am Ende keine Einigung.

Während die CSU-Gremien sich eindeutig hinter Söder gestellt hatten, gab es in den vergangenen Tagen in der CDU eine zunehmend kontroverse Debatte um den richtigen Kandidaten.

Entscheidung in der Fraktion?

Vor allem Unterstützer von Söder dringen darauf, die Frage der Kanzlerkandidatur in der Bundestagsfraktion entscheiden zu lassen, wenn die Parteichefs weiterhin keine einvernehmliche Lösung finden. Sie könnten versuchen, eine solche Abstimmung in der regulären Fraktionssitzung am Dienstag durchzusetzen. Befürworter eines solchen Vorgehens sammeln in der Fraktion derzeit Unterschriften. In der Fraktion verfügt Söder über beträchtlichen Rückhalt auch unter CDU-Abgeordneten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. April 2021 um 14:00 Uhr.