Ein Junge läuft an zwei großen, gelben Bannern vorbei, die den Weg zu einer Corona-Teststation weisen. | dpa

Corona-Tests Testanbieter bekommen ab Juli weniger Geld

Stand: 10.06.2021 12:10 Uhr

Zuletzt stand der Verdacht auf Testbetrug in großem Stil im Raum: Nun hat das Gesundheitsministerium beschlossen, die Vergütung für Schnelltests zu senken. Ab Juli bekommen Betreiber von Teststationen deutlich weniger Geld.

Die Betreiber von Corona-Testzentren können ab kommenden Monat nicht mehr so viel Geld pro durchgeführtem Test abrechnen wie bisher. Grundlage für die Anpassung ist eine Neufassung der Testverordnung, die das Bundesgesundheitsministerium vorgelegt hat.

Für das Durchführen eines Corona-Tests kann ein Betreiber zum einen die Sachkosten abrechnen, also die Kosten, um die Schnelltests zu kaufen. Zum anderen konnte er die Dienstleistung des Testens an sich in Rechnung stellen.

Maximal noch 12,50 Euro pro durchgeführtem Test

Pro Test machten das bisher bis zu sechs Euro an Sachkosten. Hinzu kamen, je nachdem, ob es sich um einen ärztlichen oder privaten Betreiber der Teststelle handelt, 15 beziehungsweise zwölf Euro für die Dienstleistung.

Die neue Testverordnung sieht vor, diese Kosten an "Marktniveau" anzupassen: In Zahlen bedeutet das, dass ein Betreiber ab dem 1. Juli maximal 4,50 Euro für den Einkauf eines Tests und höchstens acht Euro für die Entnahme des Abstrichs abrechnen kann.

Striktere Kontrollen - auch direkt in den Teststellen

Neben dem Kostenpunkt sieht die Testverordnung außerdem schärfe Kontrollen vor. Die können auch rückwirkend bis zum Jahresbeginn durchgeführt werden. Verantwortlich dafür sind die Kassenärztlichen Vereinigungen, die auch für die Abrechnungen der Teststellen-Betreiber zuständig sind. Die Vereinigungen können aber auch auf die Unterstützung durch "geeignete Dritte" zurückgreifen, beispielsweise Wirtschaftsprüfer. Die Kontrollen können auch stichprobenartig vor Ort durchgeführt werden.

Generelle Beauftragungen von Teststellen, wie sie bislang durch sogenannte Allgemeinverfügungen möglich waren, soll es nicht mehr geben. Gesundheitsämter sollen die Stellen nur noch einzeln beauftragen können.

Zu hohe Kosten durch falsche Abrechnungen

Das Bundesgesundheitsministerium und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn waren wegen der hohen Kosten für den Betrieb der Schnelltestcenter in die Kritik geraten. Recherchen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" hatten gezeigt, dass einige Betreiber offenbar mehr Tests abgerechnet hatten als pro Tag tatsächlich durchgeführt wurden. Zudem sollen einige höhere Sachkosten für die Tests berechnet haben, die den Einkaufspreis überstiegen.

Der Entwurf der neuen Testverordnung setzt für das Durchführen von einer Million Schnelltests bis Juni Kosten von bis zu 15 Millionen Euro an - plus Sachkosten von sechs Millionen Euro. Ab Juli sollen die Kosten demnach sinken - auf neun Millionen Euro für die Dienstleistungen und 4,5 Millionen Euro für die Sachkosten pro eine Million Tests.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Juni 2021 um 11:00 Uhr.