Gewitter in Niedersachsen | dpa

Gewitter und Starkregen Unwetterfront zieht über Deutschland

Stand: 20.06.2021 23:52 Uhr

Gewitter und schwere Niederschläge haben in Deutschland und angrenzenden Ländern Schäden verursacht. In Belgien wurden mehrere Menschen verletzt. Heute sind weitere schwere Niederschläge zu erwarten.

Vor allen im Westen Deutschlands haben Gewitter und Starkregen viele Einsätze der Feuerwehr ausgelöst. In Köln gab es nach Angaben eines Sprechers 244 witterungsbedingte Einsätze in der Nacht zum Sonntag. Hauptsächlich ging es dabei um vollgelaufene Keller. Verletzt worden sei niemand. Im Rhein-Sieg-Kreis wurde die Feuerwehr zu 120 Einsätzen in der Nacht gerufen.

In Rheinland-Pfalz gerieten nach Blitzeinschlägen drei Dachstühle in Brand. Unwetterschäden gab es auch in Brandenburg und Baden-Württemberg. Inzwischen ist die Unwetterfront weiter in Richtung Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gezogen.

Tornado in Belgien, Unwetter in Frankreich

Bei einem Tornado im südbelgischen Beauraing wurden sieben Menschen leicht verletzt. 92 Gebäude wurden beschädigt, wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Stadtverwaltung berichtete. Bilder zeigten komplett abgedeckte Dächer, zerborstene Scheiben und kaputte Autos. Etwa zehn Wohnhäuser seien unbewohnbar, hieß es weiter.

In den Niederlanden hatten Unwetter bereits zuvor erhebliche Schäden angerichtet: Westlich von Utrecht wurden am Freitag sechs Häuser so stark beschädigt, dass sie vorläufig nicht mehr zu bewohnen sind. Neun Menschen wurden verletzt. In der Region des Nationalparks Utrechtse Heuvelrug wurden zudem Tausende Bäume umgeknickt.

Schäden und Stromausfälle in Frankreich

Starkregen, heftiger Wind und Hagel richteten auch in Teilen Frankreichs erhebliche Schäden an. Ein Tornado riss von einem Kirchturm in der kleinen Gemeinde Saint-Nicolas-de-Bourgueil im Westen des Landes die Spitze ab. Verletzt wurde demnach niemand. Bilder zeigten in anderen Landesteilen überschwemmte Straßen und Keller, umgefallen Bäume und große Hagelkörner.

Unwetterschäden an der Kirche in Saint-Nicolas-de-Bourgueil | dpa

In Saint-Nicolas-de-Bourgueil wurde ein Kirche durch einen Tornado schwer beschädigt. Bild: dpa

Medienberichten zufolge waren zeitweise Tausende Haushalte ohne Strom. Auch der Zugverkehr sei eingeschränkt gewesen. Für weite Teile Frankreichs hatte der Wetterdienst Météo-France wegen der Hitzegewitter die hohe Warnstufe Orange ausgerufen.

Waldbrandgefahr steigt

Wo der Regen auf sich warten lässt, steigt von Tag zu Tag die Gefahr von Waldbränden. Bei dem bisher größten Brand in Brandenburg seit Beginn der Saison kämpfen Feuerwehrleute auf einer Fläche von zehn Hektar bei Bötzow (Oberhavel) nordwestlich von Berlin gegen die Flammen. Es gebe mehrere Brandstellen, die Feuerwehr sei mit 43 Kräften im Einsatz, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle.

Bis auf drei Kreise galt in Brandenburg am Samstag nach Angaben des Umweltministeriums landesweit die höchste Gefahrenstufe fünf. Auch in anderen Bundesländern kam es bereits zu Bränden.

Schwere Niederschläge dauern an

Der Montag startet dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge im Nordwesten Deutschlands mit dichten Wolken und schauerartigem Regen. Später treten im Südwesten gebietsweise kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen auf, wie es heißt. Gleichzeitig bleibe es am ersten Tag der Woche schwülwarm mit Höchsttemperaturen zwischen 22 und 31 Grad. Im Osten klettern die Temperaturen auf 33 Grad, für die Nordsee prognostiziert der DWD etwa 19 Grad.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. Juni 2021 um 18:00 Uhr.

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Moderation 20.06.2021 • 23:49 Uhr

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