Wahlparty der Grünen | Bildquelle: AFP

Reaktionen auf Hessen-Wahl "So grün war Hessen noch nie"

Stand: 28.10.2018 19:21 Uhr

Ministerpräsident Bouffier von der CDU sagt, das Wahlergebnis mache "demütig". SPD-Chefin Nahles macht die GroKo für das Debakel verantwortlich. Der Zustand der Regierung sei nicht akzeptabel. Die Grünen jubeln.

Nach der Landtagswahl in Hessen hat Ministerpräsident Volker Bouffier von einem "Abend gemischter Gefühle" gesprochen, der ihn demütig stimme. Er freue sich aber darüber, dass seine Partei klar stärkste Kraft geworden sei und offenbar gegen die CDU keine Mehrheit im Landtag gebildet werden könne.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer forderte als Konsequenz eine "neue Arbeitskultur" in der Großen Koalition. "Es muss Schluss sein mit der Debatte, ob wir zusammen regieren oder nicht".

"Schweres Ergebnis"

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) sprach von einem "schweren Ergebnis" für seine Partei. "Wenn man verliert, muss man immer Konsequenzen ziehen", räumte er in der ARD ein. Zugleich unterstrich er, dass die CDU stärkste Kraft geworden sei - und daher den Auftrag zum Regieren erhalten habe.

Volker Bouffier, Ministerpräsident Hessen, im Gespräch über den Wahlausgang
Wahl '18 - Hessen, 28.10.2018

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"Die SPD muss sich ändern"

Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles kritisierte die Große Koalition in Berlin scharf. "Der Zustand der Regierung ist nicht akzeptabel", sagte sie. Schwarz-Rot müsse nun einen "verbindlichen Fahrplan" für die kommenden Monate vorlegen - falls dessen Umsetzung bis zur "Halbzeitbilanz" der Regierung nicht gelinge, müsse die SPD überlegen, ob sie in der Koalition noch "richtig aufgehoben" sei. "Es muss sich in der SPD etwas ändern", ergänzte sie. Die SPD müsse klarmachen, wofür sie stehe.

Hessens SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel räumte die Niederlage ein und sprach von einem "schweren, bitteren Abend". Seine Partei habe zwar in der Opposition Themen wie etwa den Wohnungsmarkt im Wahlkampf gesetzt, sei damit aber nicht zu den Wählern vorgedrungen.

Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD-Vorsitzender Hessen: "Ein schwerer und bitterer Abend für die hessische SPD"
Wahl '18 - Hessen, 28.10.2018

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Tarek Al-Wazir | Bildquelle: AFP
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Tarek Al-Wazir von den Grünen (links) hat das historisch beste Ergebnis für seine Partei bei einer Landtagswahl in Hessen eingefahren.

Jubelnde Grüne

Grünen-Chefin Annalena Baerbock zeigte sich über das gute Abschneiden ihrer Partei hocherfreut: "So grün war Hessen noch nie", sagte sie in der ARD mit Verweis auf das historisch beste Ergebnis, das ihre Partei je in Hessen bei einer Landtagswahl erreicht hat. Mit Blick auf die Große Koalition in Berlin sagte sie, die Menschen wollten keine Politik, die immer nur streite, sondern die Lösungen anbiete. Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir sagte, das Wahlergebnis sei ein Auftrag an seine Partei, die Energie-, Agrar- und Verkehrswende fortzusetzen und die offene Gesellschaft zu verteidigen.

"Sehr zufrieden"

AfD-Chef Jörg Meuthen äußerte sich "sehr zufrieden" mit dem Einzug in den hessischen Landtag. Das Ziel eines deutlich zweistelligen Ergebnisses sei erreicht worden, auch wenn noch ein Stück "harte Arbeit" vor der Partei liege. FDP-Chef Christian Lindner stellte klar, dass seine Partei immer zur Verfügung stehe, wenn es um eine Regierungsbeteiligung gehe. "Die einzige Voraussetzung ist, es muss ein partnerschaftliches Miteinander sein". Er bedauere, dass bürgerliche Protestwähler nicht von der CDU zur FDP gekommen seien.

Die Spitzenkandidatin der Linken, Janine Wissler, sagte in der ARD, für ihre Partei sei es ein großartiges Ergebnis - insbesondere für ein westdeutsches Flächenland. Dass das Ergebnis nicht besser ausgefallen sei, habe möglicherweise an der starken Polarisierung in den letzten Tagen gelegen.

Über dieses Thema berichtete die ARD-Wahlsendung am 28. Oktober 2018 ab 17:30 Uhr.

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