DeutschlandTrend

Sonntagsfrage

ARD-Vorwahlumfrage Grüne auch in Hessen auf Rekordkurs

Stand: 18.10.2018 18:00 Uhr

Große Verluste für CDU und SPD, deutliche Bewegungen bei den gar nicht mehr so kleinen Konkurrenten - laut ARD-Vorwahlumfrage dürfte die Regierungsbildung in Hessen schwierig werden.

Von Friederike Hofmann, WDR

Kurz nach dem Bayern-Schock steht die nächste Wahl vor der Tür - und die scheint nicht minder spannend zu werden. In Hessen deuten sich zehn Tage vor der Landtagswahl bemerkenswerte Verschiebungen an. Wenn diesen Sonntag Landtagswahl in Hessen wäre, käme die CDU auf 26 Prozent (Landtagswahl 2013: 38,3 Prozent). Das wäre das niedrigste Wahlergebnis in Hessen seit den 1960er-Jahren. Die SPD käme auf 21 Prozent (30,7 Prozent). Das wäre der historisch tiefste Wert für die SPD in Hessen.

Ein Drittel weniger für CDU und SPD

Die Grünen würden mit 20 Prozent einen Rekordwert für Hessen erreichen (Landtagswahl 2013: 11,1 Prozent). Die Linke käme auf acht Prozent (5,2 Prozent), die FDP auf neun Prozent (5,0 Prozent). Die AfD würde zwölf Prozent erreichen, wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl wäre (4,1 Prozent). Die sonstigen Parteien kämen auf vier Prozent. Im Vergleich zur letzten Wahl würden CDU und SPD etwa ein Drittel ihrer Wähler einbüßen. Die Grünen würden sich fast verdoppeln, die AfD verdreifachen. Sie hatte den Einzug in den Landtag 2013 nicht geschafft.

Hessentrend: Grüne auf Rekordhoch
tagesthemen 22:15 Uhr, 18.10.2018, Frederike Hofmann, ARD-Wahlstudio Köln

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Schwierige Koalitionsbildung erwartet

Eine Mehrheitsbildung wäre mit den Ergebnissen dieser Sonntagsfrage relativ schwierig: Rechnerisch wären keine Zweierkonstellationen möglich. Für ein Regierungsbündnis aus CDU und Grünen würde es unter diesen Voraussetzungen auch nicht mehr reichen. Aber es sind noch zehn Tage bis zur Wahl - und da kann sich noch einiges tun. Bei dieser Umfrage handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose, sondern um die politische Stimmung in der laufenden Woche.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

Mehrheit für CDU-geführte Regierung

Eine große Frage vor Wahlen ist natürlich immer, wer aus Sicht der Bürger die nächste Landesregierung führen sollte. Wenn zur Auswahl steht, ob die CDU oder die SPD die nächste Landesregierung führen sollten, sprechen sich 44 Prozent der Befragten dafür aus, dass die nächste Landesregierung CDU-geführt sein sollte (-3 Prozentpunkte im Vergleich zu vor der Wahl 2013). 38 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die SPD die nächste Landesregierung führen sollte (-10).

Stellt man dagegen die Frage, ob CDU oder Grüne die nächste Landesregierung führen sollten, ist der Ausgang deutlich knapper. Dann sprechen sich 41 Prozent der Befragten dafür aus, dass die nächste Landesregierung CDU-geführt sein sollte (kein Vergleichswert). 40 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Grünen die nächste Landesregierung führen sollten.

Kein Rückenwind aus Berlin

Die Ausgangsvoraussetzungen bei der Wahl 2013 waren auf der Bundesebene ganz andere. SPD und Union standen deutlich besser da, die Grünen deutlich schlechter. Die AfD war damals noch nicht im Bundestag. Rückenwind gibt es für die an der Bundesregierung beteiligten Parteien von der Bundesebene aktuell nicht. Das drückt sich in einigen der Zahlen aus.

22 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden. Eine deutliche Mehrheit, 78 Prozent, ist weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden. Damit ist die Bewertung in Hessen noch mal etwas schlechter, als wir sie im letzten DeutschlandTrend bundesweit gemessen haben.

Schlechte Noten für Bundesregierung

Deutlich wird das auch bei der Bewertung der Bundeskanzlerin. Nur 35 Prozent der Hessen aktuell mit der Arbeit von Angela Merkel zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden, 64 Prozent sind dies nicht. Bei der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles sieht es noch schlechter aus. Mit ihrer Arbeit sind 19 Prozent der Befragten in Hessen zufrieden oder sehr zufrieden, 72 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden.

Auch sonst stehen die Hessen der Bundesregierung kritisch gegenüber: 86 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass die Bundesregierung zu zerstritten ist, um gemeinsam Politik zu machen. Dass der SPD ein zentrales Thema fehlt, mit dem sie die Menschen begeistern kann, sagen 81 Prozent der Befragten. 76 Prozent finden, dass es Zeit wird, dass sich die SPD in Berlin in der Opposition erneuern kann. 63 Prozent sagen, dass die CDU hat in den letzten Jahren unter Angela Merkel an Profil verloren hat. Das sind 23 Punkte mehr als vor der letzten Hessenwahl. 58 Prozent der Befragten Hessen halten Angela Merkel für eine gute Bundeskanzlerin.

Hessens Regierung gut bewertet

Im Verhältnis zu anderen Bundesländern steht die Landesregierung in Hessen relativ gut da. 55 Prozent der Befragten sind mit der Regierung aus CDU und Grünen zufrieden. Insbesondere der kleinere Partner, die Grünen, kann hier punkten. 42 Prozent sind mit der Arbeit der CDU zufrieden (-7). 53 Prozent sind weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden (+6). Mit der Arbeit der Grünen in der Landesregierung sind 55 Prozent zufrieden (+12) und 38 Prozent weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden (-12).

Al-Wazir besser bewertet als Bouffier

Mit der Arbeit von CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier sind 49 Prozent der Befragten zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden (-5 Punkte im Vergleich zum HessenTrend im September), 42 Prozent sind weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden. Der stellvertretende Ministerpräsident Tarek Al-Wazir von den Grünen wird etwas besser bewertet. Mit ihm sind 51 Prozent der Befragten zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden (-7), 30 Prozent sind weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden. Mit dem SPD-Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel sind 35 Prozent der Befragten zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden (-8), 40 Prozent sind weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden. Der Endspurt vor der Wahl in Hessen bleibt also spannend.

Untersuchungsanlage Vorwahlumfrage Hessen

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Hessen
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl
Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI)***

Fallzahl: 1002 Befragte
Erhebungszeitraum: 16. bis 17. Oktober 2018
Gewichtung: nach soziodemographischen Merkmalen;
Sonntagsfrage mit separater Gewichtung
Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte

Durchführendes Institut: Infratest dimap

* bei einem Anteilswert von fünf Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent
*** Die Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle eine Erhebung mit 1000 Befragten bei großen Parteien rund drei Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa einen Punkt. Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist. Aus diesen Gründen wird deshalb keine Partei unter drei Prozent in der Sonntagsfrage ausgewiesen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. Oktober 2018 um 22:15 Uhr.

Archiv DeutschlandTrend

DeutschlandTrend Banner
Monat:
Darstellung: