Bagger und Arbeiter im Salzstock Gorleben | dpa

Lagerung von Atommüll Gorleben wird zugeschüttet

Stand: 17.09.2021 11:14 Uhr

Jahrzehntelanger Streit, jahrzehntelanger Protest: Als Standort für ein Atomendlager wurde Gorleben bereits vor einem Jahr ausgeschlossen. Nun hat das Bundesumweltministerium die endgültige Stilllegung des Bergwerks angekündigt.

Das früher als potenzielles Atommüllendlager betrachtete Bergwerk im niedersächsischen Gorleben wird endgültig geschlossen. Das teilte das Bundesumweltministerium mit. Das Ministerium habe nun entschieden, die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) "mit der Stilllegung des Bergwerks zu beauftragen". Das Bergwerk solle wieder verfüllt werden. "Das Bergwerk Gorleben soll nun stillgelegt werden und die Salzhalde dabei wieder unter Tage verbracht werden - es ist nun an der BGE, die Planung der Schließung fortzusetzen."

Jahrzehntelanger Protest

Das Bergwerk im niedersächsischen Wendland war trotz heftiger Proteste jahrzehntelang als mögliches künftiges Endlager für deutschen hochradioaktiven Atommüll betrachtet und entsprechend erforscht worden. Im Zuge eines Neustarts der bundesdeutschen Endlagersuche wurde das Bergwerk im vergangenen Jahr wegen nicht ausräumbarer Zweifel an der geologischen Eignung des Standorts aber endgültig von der Liste potenzieller Standorte genommen.

Bereits vor der Entscheidung befand sich das Bergwerk seit Jahren nur noch in einer Art Winterschlaf. Seit 2013 ruhen sämtliche Erkundungsarbeiten, die nicht mehr nötige Technik und Gebäude wurden schrittweise entfernt.

Kaum alternative Nutzungsmöglichkeiten

Nur noch die zur Offenhaltung des früheren Bergwerks erforderlichen Anlagen sollten zunächst stehenbleiben, bis eine abschließende Entscheidung über die Zukunft des Standorts getroffen wurde. Diese fiel jetzt. Bereits vorab war aber weitgehend klar, dass es für das ehemalige Erkundungsbergwerk kaum alternative Nutzungsmöglichkeiten geben würde. "Das Kapitel Endlager Gorleben wird ab dem heutigen Tag geschlossen - ich hoffe, dass im Wendland nun die Wunden heilen können, die der jahrzehntelange Streit um Gorleben gerissen hat", erklärte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Umweltministerium.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. September 2021 um 17:00 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Werdaswissenwill 17.09.2021 • 18:01 Uhr

Solange es keine Lösung für

Solange es keine Lösung für das Müllproblem gibt, nicht einmal ein Endlager, sollte man die Finger von AKWs lassen! Stattdessen weiter an Fusionsreaktoren Forschen! Sicherer und Halbwertzeiten von ca. 12 -100 Jahren klingen Angenehmer als Schnelle Brüter und Co! Aber das entscheiden unsere Enkelkinder und nicht Wir. Und wenn man überlegt das in Frankreich im Sommer die Flüsse mittlerweile zu warm werden um als Kühlmittel zu dienen und es in Europa noch wärmer wird! Kann Frankreich bald ein Riesenproblem haben mit seinen AKWs! Einfach kann halt jeder!!