Ärztin mit Stethoskop | Bildquelle: a (Weiss)

Spahn stellt Kooperation vor Gesundheitsinfos prominent bei Google

Stand: 10.11.2020 18:47 Uhr

Migräne, Covid-19, Laktose-Intoleranz: Wer bestimmte Krankheiten googelt, findet nun auch einen Infokasten mit wissenschaftlich gesicherten Angaben. Gesundheitsminister Spahn verteidigte die Kooperation mit dem IT-Konzern.

Bei einer Google-Suche nach zahlreichen Krankheiten informiert der IT-Konzern seit Neuestem in einem prominent hervorgehobenen Kasten über wissenschaftlich geprüfte Erkenntnisse. Das Bundesgesundheitsministerium startete dazu eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen. In dem Kasten sind die Antworten des Nationalen Gesundheitsportals "gesund.bund.de" zu sehen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte, auch die Corona-Pandemie zeige, wie wichtig seriöse Gesundheitsinformationen seien. Er erwarte sich einen Bekanntheitsschub für das Gesundheitsportal. "Wenn wir ein Interesse daran haben, objektive, fundierte, evidenzbasierte Informationen rüberzubringen, dann bringt es mir nichts, wenn wir bei Google an Stelle 783.000 auftauchen."

160 häufigste Krankheiten

Gestartet werde das Info-Angebot mit den 160 häufigsten Krankheiten. Durch einen Link auf diese oben erscheinenden Info-Kästen gelangen Nutzer direkt zum Artikel im Gesundheitsportal.

Die Informationen stammen etwa vom Deutsches Krebsforschungszentrum, dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, dem Robert Koch-Institut oder von medizinischen Fachgesellschaften. Das Gesundheitsportal enthält zudem Beiträge zu Themen wie Pflege oder Prävention.

Keine Weitergabe von Daten

Der Vizepräsident von Google Zentral-Europa, Philipp Justus, sagte, personenbezogene oder andere Daten würden nicht an das Bundesgesundheitsministerium oder andere Behörden weitergegeben. Die Angebote des Bundesgesundheitsportals würden eingebunden.

Jeder Nutzer könne sich entscheiden, ob er per Klick auf das Portal gehe. "Darüber hinaus werden keine Daten miteinander geteilt." Die üblichen Datenschutzstandards von Google würden gelten.

Minister verteidigt Kooperation

Spahn sagte am Beispiel der Eingabe von "Migräne": "Google weiß bei dieser und nach dieser Kooperation nicht mehr und nicht weniger, als wenn Sie 'Migräne' vor der Kooperation eingegeben hätten." Zur Kooperation mit Google insgesamt meinte er, es sei nun einmal eine Tatsache, dass die große Mehrheit der Deutschen jeden Tag Google nutze.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. November 2020 um 20:00 Uhr.

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