Fässer mit Atommüll

Suche nach Atomendlager Bayern stellt Verfahren infrage

Stand: 17.09.2020 19:01 Uhr

Bald sollten die ersten Ergebnisse präsentiert werden. Doch Bayern will sich offenbar bereits jetzt aus der Suche nach einem geeigneten Endlager für Atommüll nehmen - indem es das bundesweite Suchverfahren infrage stellt.

Kurz vor der Veröffentlichung erster Ergebnisse der Suche nach einem Endlager für Atommüll hat Bayern das seit 2017 laufende Verfahren grundsätzlich infrage gestellt. "Dieser Prozess wird über Jahrzehnte in Deutschland für Unruhe sorgen und Milliarden kosten", sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) dem "Spiegel".

Mit Gorleben in Niedersachsen gebe es bereits einen gut erkundeten Standort für ein sicheres und fast schlüsselfertiges Endlager. Man habe "nur aus politischen Gründen den Schlüssel abgezogen".

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) | Bildquelle: dpa
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Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler)

Kritik geht über Koalitionsvereinbarung hinaus

Den Neustart des Verfahrens hatten seiner Zeit Union, SPD und Grüne ausgehandelt und beschlossen. Mit der generellen Kritik geht Glauber über die Position im Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wähler hinaus.

Dort heißt es nur: "Wir sind überzeugt, dass Bayern kein geeigneter Standort für ein Atomendlager ist." Kritik am bundesweiten Sucherverfahren findet sich in dem Vertrag nicht.

Erste Ergebnisse ab Ende September

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung forscht seit 2017 nach einem Endlagerstandort für hoch radioaktiven Abfall und prüft zunächst geologische Gegebenheiten. Jahrzehntelang hatte es hartnäckigen Widerstand gegen den Ende der siebziger Jahre ins Auge gefassten Standort Gorleben gegeben. Vor diesem Hintergrund war die bundesweite Endlagererkundung gestartet worden.

Am 28. September sollen in Berlin bundesweit geeignete Teilgebiete für ein Endlager benannt werden. Laut Standortsuchgesetz soll die Suche 2031 mit einer Entscheidung enden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. September 2020 um 23:00 Uhr.

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