Ein Schild fordert am Viktualienmarkt in München zum Tragen einer Mund- und Nasen-Bedeckung auf. | dpa

Corona-Pandemie Inzidenz sinkt auf 807

Stand: 24.04.2022 04:42 Uhr

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht auf 807 gesunken. Das RKI meldete 39.179 Neuinfektionen, 605 weniger als vor einer Woche. Laut einer britischen Studie haben viele Patienten noch lange mit den Folgen zu kämpfen.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist wieder etwas gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Sonntagmorgen mit 807,0 an. Am Vortag hatte er bei 821,7 gelegen, vor einer Woche bei 834,3. Die Sieben-Tage-Inzidenz beziffert die Zahl der registrierten Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in diesem Zeitraum. 

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, lag die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen binnen 24 Stunden bei 39.179, nach 135.079 am Vortag und 39.784 vor einer Woche. Die Gesamtzahl der erfassten Ansteckungsfälle in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie erhöhte sich auf 24.180.512. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Binnen 24 Stunden wurden laut RKI zudem 24 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland stieg damit auf 134.179.

Bei den Werten ist zu berücksichtigen, dass einzelne Länder nicht an jedem Tag der Woche Daten melden, am Wochenende zum Beispiel Baden-Württemberg, Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen nicht oder nicht vollständig. Das wiederum führt zu Nachmeldungen an Folgetagen. Ein Vergleich von Tageswerten wird damit zunehmend schwierig. Zudem hat in einigen Bundesländern in der vergangenen Woche die Schule nach den Osterferien wieder begonnen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik.

Patienten nach schweren Verläufen oft lange beeinträchtigt

Einer britischen Studie zufolge erholen sich nur wenige Menschen, die wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden müssen, innerhalb eines Jahres vollständig von der Erkrankung. Frauen erholen sich demnach weniger häufig als Männer. Auch Übergewichtige und Patienten, die beatmet werden mussten, haben bedeutend schlechtere Genesungschancen.

Die Studie, die in der Fachzeitschrift "Lancet Respiratory Medicine Journal" veröffentlicht wurde, untersuchte den Gesundheitszustand von Menschen, die zwischen März 2020 und April 2021 aus 39 britischen Krankenhäusern entlassen wurden, und bewertete anschließend deren Erholung fünf Monate sowie ein Jahr später.

Nur 26 Prozent der Patienten gaben an, nach fünf Monaten vollständig genesen zu sein. Ein Jahr nach der Entlassung aus dem Krankenhaus stieg der Anteil demnach nur leicht auf 28,9 Prozent an. Die häufigsten beobachteten Langzeit-Covid-Symptome waren Müdigkeit, Muskelschmerzen, schlechter Schlaf und Kurzatmigkeit. "Ohne wirksame Behandlungen könnte Langzeit-Covid zu einer weit verbreiteten neuen Langzeiterkrankung werden", sagte der Co-Autor der Studie, Christopher Brightling, von der Universität Leicester.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. April 2022 um 09:00 Uhr."