Bundespräsident Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender  | EPA

76. Jahrestag der KZ-Befreiung Steinmeier erinnert an Opfer von Buchenwald

Stand: 11.04.2021 14:27 Uhr

Vor 76 Jahren befreiten US-Truppen die Menschen im KZ Buchenwald. Bei einer Gedenkfeier in Weimar gedachte Bundespräsident Steinmeier der Opfer und mahnte, die Barbarei der NS-Zeit dürfe nicht vergessen werden.

Bei einem Gedenkakt zur Befreiung des NS-Konzentrationslagers Buchenwald hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier davor gewarnt, die Barbarei in der deutschen Geschichte vergessen zu wollen. "Denn wer sich nicht mehr daran erinnert, was geschehen ist, der hat auch vergessen, was geschehen kann", sagte Steinmeier in Weimar.

"Nebeneinander von Barbarei und Hochkultur"

Der Bundespräsident bezeichnete das Nebeneinander von Barbarei im KZ Buchenwald und einer Hochkultur im benachbarten Weimar als beunruhigend. "Das bleibt es bis heute", fügte er laut Manuskript hinzu. Buchenwald stehe für Rassenwahn, Folter, Mord und Vernichtung - und mit seiner Vielzahl von Opfergruppen "für die gesamte Barbarei der Nazis, für einen aggressiven Nationalismus nach Außen, für Diktatur und Unterdrückung im Innern, und für ein völkisches Denken", so Steinmeier. "Insgesamt wurden mindestens 56.000 Menschen in einem der größten Konzentrationslager auf dem Gebiet des nationalsozialistischen Deutschen Reiches getötet", so der Bundespräsident.

"Es waren Deutsche, die anderen Menschen das antaten"

Am 11. April 1945 befreite die US-Armee die ausgemergelten Menschen in dem Lager. Steinmeier betonte: "Ja, es war eine Diktatur, eine nationalsozialistische Herrschaft, die für grausamste Verbrechen und Völkermord verantwortlich war. Aber es waren Menschen, Deutsche, die anderen Menschen das antaten." Das Staatsoberhaupt rief dazu auf, Personen entgegenzutreten, "die die Würde der Opfer heute bewusst missachten". Es gelte, die Erinnerung wachzuhalten.

Würdigung der Bedeutung des Eichmann-Prozesses

Unterdessen würdigte das Internationale Auschwitz Komitee die Bedeutung des Verfahrens gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann in Israel vor 60 Jahren. Der Prozess sei für für die Überlebenden des Massenmords auch ein wichtiges Signal gewesen, dass für Nazi-Mörder kein Versteck in dieser Welt sicher sei, erklärte Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner.

Der SS-Obersturmbannführer Eichmann hatte während der NS-Zeit Millionen Juden in Vernichtungslager deportieren lassen. Nach dem Krieg konnte der ehemalige Leiter des Judenreferats im Reichssicherheitshauptamt zunächst nach Argentinien fliehen. Im Mai 1960 überwältigten ihn jedoch israelische Agenten und entführten ihn in den jüdischen Staat, um ihn dort vor Gericht zu stellen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. April 2021 um 12:00 Uhr.