Demonstration zum Frauentag in Berlin | Bildquelle: REUTERS

Weltfrauentag Zehntausende gehen auf die Straße

Stand: 08.03.2019 20:35 Uhr

Zum Weltfrauentag haben in Deutschland Zehntausende Menschen für mehr Gleichberechtigung demonstriert. Aktionen und Kundgebungen gab es unter anderem in Berlin, München und Hamburg.

Zehntausende Menschen haben in mehreren deutschen Städten für die Gleichstellung von Frauen und Männern demonstriert. Allein in Berlin beteiligten sich mehrere Tausend Menschen an einer Kundgebung auf dem Alexanderplatz.

In der Bundeshauptstadt war der Frauentag zum ersten Mal ein Feiertag. Auch die Bundesministerien und andere Behörden waren quasi "geschlossen", während der Rest Deutschlands arbeitete. Die Berliner Senatorin für Gleichstellung, Dilek Kolat (SPD), sprach von einem "Riesensignal" aus der Hauptstadt. "Berlin ist die Stadt der Frau", sagte sie im rbb.

Internationaler Frauentag: Demonstration in Berlin für mehr Frauenrechte
tagesthemen 21:45 Uhr, 08.03.2019, Tina Handel, RBB

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FDP gegen Frauentag als Feiertag

Kritik an dem neuen Feiertag in Berlin kam von FDP-Generalsekretärin Nicola Beer. "Der Feiertag in Berlin ist eine nette Idee", sagte sie dem Südwestrundfunk. "Nur wer arbeitet denn mehrheitlich auch in Berlin an diesem Feiertag im Gesundheitsbereich, im Pflegebereich - das sind die Frauen." Beer machte sich stattdessen für einen Kulturwandel stark, der nicht durch einen Feiertag am Weltfrauentag erreicht werden könne.

Femen-Aktion in Hamburg

Auch in vielen anderen Städten gab es Aktionen und Demonstrationen. Im Hamburg montierten Aktivistinnen mit nacktem Oberkörper im Rotlichtviertel einen Sichtschutz ab. Mit der Aktion will die Organisation Femen "die sexuelle Ausbeutung von Frauen, Menschenhandel und sexuelle Gewalt anprangern, die sich hinter den Toren und Türen der Sexindustrie versteckt", wie sie auf Facebook schrieb.

Weltweit fordern am Frauentag zahlreiche Organisationen die volle soziale, wirtschaftliche, kulturelle und politische Gleichstellung von Frauen. Der Frauentag wurde auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals 1911 organisiert.

Demonstration zum Frauentag in München | Bildquelle: dpa
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In München gab es einen Flashmob unter dem Motto "Frauen können alles".

Politische Teilhabe

Eines der großen Themen am Frauentag war die politische Teilhabe von Frauen und die Frage, ob es dafür gesetzliche Regelungen braucht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilte mit, das Grundgesetz sehe "in Artikel 3 die Gleichberechtigung von Männern und Frauen vor. Dies aber in die gesellschaftliche Realität umzusetzen, bleibt eine dauerhafte Aufgabe". Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer kündigte in einem Gastbeitrag für die "Passauer Neue Presse" an, einer ihrer persönlichen Schwerpunkte als Parteivorsitzende werde es sein, "verstärkt Frauen für die Politik zu gewinnen".

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) forderte eine Parität von Männern und Frauen in den Parlamenten. "Parität in den Parlamenten ist das Ziel, von der Kommune bis Europa: 50-50 für Frauen und Männer, Fifty-Fifty."

Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) plädierte für eine gesetzliche Regelung. Es reiche nicht, dass im Grundgesetz festgehalten sei, dass Frauen und Männer gleichgestellt seien. Auch Grünen-Chefin Annalena Baerbock plädierte in einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel" dafür.

Gleichstellung kommt nicht voran

Trotz zahlreicher Reformen in vielen Ländern kommt die Gleichstellung der Geschlechter einem neuen OECD-Bericht zufolge nur langsam voran. Vor allem tief verwurzelte Vorurteile und soziale Normen sorgten dafür, dass politische Verpflichtungen und Reformen oft nur halbherzig umgesetzt würden, heißt es in dem am Freitag in Paris veröffentlichten Bericht, für den 180 Länder untersucht wurden.

Den OECD-Experten zufolge verbietet immer noch knapp die Hälfte (88) der untersuchten Länder Frauen, bestimmte Berufe auszuüben. In 24 Ländern brauchten Frauen die Erlaubnis des Ehemannes, um zu arbeiten. In einer Mehrheit (108) der Länder gebe es Bedingungen für eine legale Abtreibung wie etwa, dass das Leben der Mutter in Gefahr ist.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. März 2019 um 17:00 Uhr.

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