Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr | Bildquelle: dpa

Flugbereitschaft Besser gleich eine zweite Maschine

Stand: 08.03.2019 19:18 Uhr

Damit sich die Pannen bei Auslandsflügen deutscher Politiker nicht wiederholen, regelt die Bundeswehr die Flugbereitschaft neu. Profitieren sollen vor allem Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Steinmeier.

Nach den Pannen bei der Flugbereitschaft verändert die Bundeswehr die Regeln für den Einsatz der Flugzeuge. Sie bietet Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an, dass künftig eine zweite Maschine samt Besatzung mitfliegt. Bei einem Defekt stünde dann gleich ein Ersatzflugzeug bereit. Auch Außenminister Heiko Maas und Vizekanzler Olaf Scholz könnten profitieren.

Nur auf Anforderung

Nach Angaben eines Sprechers der Luftwaffe gibt es diese Absicherung gegen Flugausfälle auf einzelnen Wunsch. Hintergrund sei ein Maßnahmenpapier, mit dem die Luftwaffe auf die Flugausfälle in den vergangenen Monaten reagiert habe. Weil durch die neuen Regeln mehr Maschinen als Reserve zur Verfügung stehen müssen, dürfte es zu weiteren Engpässen kommen. Laut "Spiegel" könnten Flüge für Minister ausfallen.

Auch bisher gab es bereits eine Prioritätenliste, die dazu führte, dass Flüge ausfielen oder Minister auf Linienflüge ausweichen mussten. Dem Bericht zufolge musste Wirtschaftsminister Peter Altmaier eine für Ende Februar geplante Asienreise verlegen, weil zugleich Merkel und Maas Reisen planten. Entwicklungsminister Gerd Müller musste bei einer Reise nach Lateinamerika Linie fliegen und das Besuchsprogramm kürzen.

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Nur Fliegen wäre schöner

Keine Fluggastrechte, keine Erstattung, keine Entschädigung - aber jede Menge Pannen. Wer auf die Flugbereitschaft der Bundeswehr angewiesen ist, muss leidensfähig sein. Ein Überblick der prominentesten Fälle.

Angela Merkel kommt auf dem Flughafen Neu Delhi an.

Da klappte es wenigstens technisch: Kanzlerin Angela Merkel kam 2011 bei ihrem ersten Flug mit der neuen Regierungsmaschine trotzdem mit mehrstündiger Verspätung in Indien an, weil der Iran zeitweise keine Überflugrechte erteilte. Vier Jahre später streikte ihr Airbus bei einem Besuch in dem Land - zurück ging es in einem Truppentransporter der Bundeswehr. | Bildquelle: dpa

"Allen gerecht werden"

Die Luftwaffe bemühe sich weiterhin darum, den Anforderungen aller gerecht zu werden, sagte der Sprecher. Zuletzt hatte es immer wieder Pannen bei der Flugbereitschaft gegeben. Betroffenen waren Steinmeier im Januar in Äthiopien und Müller kurz davor in Afrika. Im vergangenen November traf es Merkel und Finanzminister Olaf Scholz auf dem Weg nach Buenos Aires. Vor wenigen Tagen saß Maas in Mali fest.

Einige Maschinen der Flugbereitschaft gelten als überaltert. Sie sollen durch neue Flugzeuge ersetzt werden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gab bisher die Beschaffung von drei neuen Langstreckenmaschinen in Auftrag. Bis die Maschinen bereit stehen, dürfte es aber noch dauern. Die Regierung rechnet damit, dass vor 2020 keines der Flugzeuge mit der notwendigen Ausstattung einsatzfähig sein wird.

Nach Pannen der Flugbereitschaft: Luftwaffe entwickelt Strategiepapier
Nina Barth, ARD Berlin
08.03.2019 21:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. März 2019 um 19:00 Uhr.

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