Eine Einbürgerungsurkunde | Bildquelle: dpa

Einbürgerungsstatistik Mehr Deutsche - dank Brexit

Stand: 23.05.2018 15:43 Uhr

Gut 112.000 Ausländer haben im vergangenen Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Die größte Gruppe stellen dabei die Türken, doch den höchsten Anstieg verzeichnen die Briten. Grund dürfte der Brexit sein.

Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. 112.211 Ausländer hätten die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Das seien etwa 1800 oder 1,7 Prozent mehr gewesen als 2016. Die Zahl erreichte damit den höchsten Stand seit 2013.

Brexit als Grund für Einbürgerung

Vor allem Briten ließen sich deutlich öfter einbürgern. Nach Angaben der Statistiker schoss die Zahl der eingebürgerten Menschen aus dem Vereinigten Königreich 2017 um 162 Prozent auf 7493 nach oben; 2016 waren es 2865 gewesen - vor dem Brexit-Beschluss 2015 hatten jedoch nur 622 Briten einen Einbürgerungsantrag gestellt. Ein Zusammenhang zwischen dem jetzigen Rekordwert an Einbürgerungen und dem geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU liege nahe, hieß es vonseiten des Bundesamts.

Insgesamt am häufigsten waren aber Einbürgerungen von Menschen mit türkischen Wurzeln. Auf sie entfielen im vergangenen Jahr 14.984 Einbürgerungen. An zweiter Stelle folgten dem Bundesamt zufolge Briten, danach Polen (6613), Italiener (4256) und Rumänen (4238).

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Mai 2018 um 11:00 Uhr.

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