Karl Kreile und Bodo Mende schneiden im Rathaus Schöneberg in Berlin die Hochzeitstorte an. | Bildquelle: dpa

Hoher Nachholbedarf Zehntausende schließen "Ehe für alle"

Stand: 19.08.2019 15:01 Uhr

Zwischen Oktober 2017 und Dezember 2018 ist etwa jede 14. Hochzeit gleichgeschlechtlich gewesen. Insgesamt gab es laut Statistischem Bundesamt in dem Zeitraum 32.904 solche Ehen - mit fallender Tendenz.

Rund jede 14. Hochzeit in Deutschland ist eine zwischen zwei Männern oder zwei Frauen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden hervor. Zwischen Oktober 2017 und Ende 2018 waren demnach 32.904 von 449.466 Hochzeitspaaren gleichgeschlechtlich.

Hinzu kämen 21.477 Lebenspartnerschaften, die in eine Ehe umgewandelt worden seien. Frauen- und Männerpaare hielten sich in etwa die Waage. Zuvor hatte die "Rheinische Post" darüber berichtet.

Hoher Nachholbedarf

Kurz nach Inkrafttreten der Regelung für die "Ehe für alle" im Oktober 2017 gab es den Angaben zufolge zunächst einen Boom von Hochzeiten gleichgeschlechtlicher Paare.

In den letzten drei Monaten des Jahres 2017 trauten Standesbeamte demnach in 84 Prozent der Fälle zwei Männer oder zwei Frauen. 2018 ging der Andrang merklich zurück. Dort waren 7,5 Prozent aller Hochzeitspaare entweder rein männlich oder weiblich.

Mit der "Ehe für alle" haben verheiratete homo- oder etwa auch bisexuelle Paare dieselben Rechte wie heterosexuelle Eheleute - etwa das Recht auf die gemeinsame Adoption eines Kindes. Die gleichgeschlechtliche Ehe hat die eingetragene Lebenspartnerschaft ersetzt.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 01. Oktober 2018 um 05:00 Uhr.

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