Die Schornsteine eines Blockheizkraftwerkes bei Berlin qualmen vor der untergehenden Sonne | Bildquelle: dpa

Medienbericht Deutschland will Klimaneutralität bis 2050

Stand: 16.06.2019 18:26 Uhr

Nach anfänglicher Skepsis unterstützt Deutschland laut eines Zeitungsberichts nun doch das Ziel einer klimaneutralen EU bis 2050. Bislang hatte Kanzlerin Merkel mit einer solchen Festlegung gezögert.

Deutschland unterstützt nun doch das Ziel einer klimaneutralen EU bis 2050. In einer Stellungnahme für den EU-Gipfel am 20. und 21. Juni in Brüssel habe der Bund dieses Zieljahr für die Klimaneutralität eingetragen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf das ihr vorliegende Dokument. Eine entsprechende Langfriststrategie solle spätestens Anfang kommenden Jahres verabschiedet werden.

Im Kreis der EU-Mitgliedstaaten galt Deutschland bislang eher als Bremser. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich zuletzt zurückhaltend zu dem auch von der EU-Kommission verfolgten Ziel einer Klimaneutralität bis 2050 geäußert. Nur wenn das Klimakabinett der Bundesregierung eine "vernünftige Antwort" dafür finde, könne Deutschland sich der Initiative unter Führung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron anschließen, hatte sie noch im Mai gesagt.

Beratungen zu Langfriststrategie

Auf dem EU-Gipfel soll über eine Langfriststrategie der EU beim Klimaschutz beraten werden. Mit der neuen Positionierung Deutschlands dürften die Chancen steigen, dabei ehrgeizigere Ziele durchzusetzen. Zurückhaltend bleiben allerdings bisher vor allem einige osteuropäische Länder.

Großbritannien, das noch der EU angehört, will sich unabhängig von Brüssel auf nationaler Ebene zu Treibhausgasneutralität bis 2050 verpflichten.

Der Zeitung zufolge dringen auch Italien, Österreich, Finnland, Slowenien, Lettland und Griechenland auf Klimaneutralität bis 2050, teils mit dem Zusatz "spätestens". Einzig osteuropäische Länder bleiben demnach zurückhaltend. Sie lehnten zwar das Ziel an sich nicht ab, scheuten aber eine Jahreszahl.

CO2-Emissionen müssen ausgeglichen werden

Klimaneutralität bedeutet nicht, dass es keine CO2-Emissionen mehr geben darf. Sie müssten allerdings durch andere Maßnahmen vollständig ausgeglichen werden, zum Beispiel durch Aufforstung oder CO2-Abscheidung. Dafür gibt es bereits Vorschläge der EU-Kommission.

Das wichtigste Treibhausgas Kohlendioxid entsteht vor allem durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, durch die Zementproduktion und andere Industrieprozesse. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre liegt inzwischen mehr als 45 Prozent höher als in vorindustrieller Zeit, also vor 1750. Seitdem ist die Durchschnittstemperatur weltweit um rund ein Grad gestiegen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Mai 2019 um 19:10 Uhr in der Sendung "Kommentare und Themen der Woche".

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