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Eine Frau mit Schutzmaske gegen das Coronavirus blickt auf ihr Handy. | Bildquelle: dpa

Corona-Tracing-App Was heißt zentralisiert oder dezentral?

Stand: 26.04.2020 00:00 Uhr

In der Debatte, wie eine Tracing-App funktionieren soll, dreht es sich um diese eine Frage. Doch was ist der Unterschied zwischen einer zentralisierten und einer dezentralen Version?

Von Kristin Becker und Christian Feld, ARD-Hauptstadtstudio

Die Hoffnung ist, dass die Tracing-App helfen könnte, zu ermitteln, wer sich in der Nähe eines Corona-Infizierten aufgehalten hat. Was bisher Gesundheitsämter mit Stift und Papier bearbeiten, soll digital besser und schneller gehen.

Doch nach welchem Prinzip soll eine solche App arbeiten? In Schlagworten lautet die Kontroverse: Zentralisierte oder dezentrale Lösung? Es ist eine Auseinandersetzung, die sich ohne Kenntnisse in IT-Sicherheit und Kryptographie nur schwer verstehen lässt.

Das Grundprinzip ist gleich: Wenn sich zwei Handys mit der App eine bestimmte Zeit nah genug sind, tauschen sie per Bluetooth sogenannte pseudonyme IDs aus. Diese wechseln regelmäßig und lassen keinen direkten Rückschluss zu, um welche konkrete Person es sich handelt.

Mit oder ohne "Geheimnisse"?

Der Unterschied: Beim dezentralen Modell schickt ein Nutzer im Falle einer Infektion nur seine eigenen IDs an den Server. Von dort können alle anderen App-User sie herunterladen. Die eigentliche Prüfung, ob es einen Kontakt gab, findet nur lokal auf dem Handy statt.

Beim zentralen Modell dagegen schickt die App eines Infizierten zusätzlich die Codes der Kontakte auf den Server. Dort liegt dann also auch ein Kontaktnetz. Das sind sensible Informationen, quasi "Geheimnisse", die besonders geschützt werden müssen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. April 2020 um 13:15 Uhr.

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