Am Flughafen Leipzig werden aus einer Antonow Schutzmasken aus Leipzig ausgepackt. | Bildquelle: FILIP SINGER/EPA-EFE/Shutterstoc

Lieferung eingetroffen Masken aus China, dringend erwartet

Stand: 27.04.2020 23:17 Uhr

25 Millionen Schutzmasken werden in diesen Tagen in mehreren Etappen aus China nach Deutschland geliefert. Heute trafen mehr als zehn Millionen Stück in Leipzig ein. Nun wird die Ware überprüft und verteilt.

Schutzmasken sind nach wie vor Mangelware. Umso dringlicher war die erste von mehreren Ladungen aus China erwartet worden. Am Vormittag traf die von der Bundeswehr organisierte Lieferung am Flughafen Leipzig ein. Ein Frachtflugzeug brachte mehr als zehn Millionen medizinische Schutzmasken aus der Volksrepublik nach Deutschland.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer nahm die Fracht auf dem Rollfeld inmitten einer Traube von Reportern entgegen. Nun sollen sie an die Gesundheitsministerien der Bundesländer weiterverteilt werden.

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer beobachtet, wie in Leipzig Schutzmasken aus einer Antonow ausgeladen werden. | Bildquelle: AP
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Nach und nach wurden die Kisten aus dem großen Rumpf der Antonow geladen - Ministerin Kramp-Karrenbauer schaute interessiert zu.

Ohne Schutzkleidung nur wenig Lockerung

Die Lieferung ist Teil einer Großbestellung von rund 25 Millionen Schutzmasken in China. Ein erstes Transportflugzeug hatte am Sonntag mit 8,3 Millionen Schutzmasken den Flughafen erreicht. Sie wurde auch deshalb dringend erwartet, wie Kramp-Karrenbauer betonte, die Entscheidung über mögliche weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen "extrem" von Angebot an Schutzkleidung abhängt.

Für den Transport der Masken aus China organisiert die Bundeswehr insgesamt drei Flüge mit Großraum-Transportmaschinen, unter anderem mit einer Typ Antonow 225 - dem größten Transportflieger der Welt. Die kleinere Schwester AN 124 nutzt die Bundeswehr normalerweise, um schweres Gerät wie Panzer oder Hubschrauber zu Einsatzorten wie Afghanistan und Mali zu transportieren. Die Bundeswehr war auf Bitten des Bundesgesundheitsministeriums aktiv geworden, das Mitte März um Amtshilfe beim Transport von Schutzmasken gebeten hatte.

Über die Lieferung von Schutzkleidung hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel direkt mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping verhandelt.

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer vor einer Reportertraube auf dem Rollfeld des Flughafens Leipzig | Bildquelle: AP
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Soziale Distanz? Beim Pressetermin auf dem Flughafen Leipzig/Halle eher nebensächlich.

Dritte Lieferung kommt Mittwoch

Wie die Masken nun verteilt werden, entscheiden die Gesundheitsministerien der Länder. Als bevorzugte Empfänger nannte Kramp-Karrenbauer Krankenhäuser und Einrichtungen zur Altenpflege. Am Mittwoch wird eine dritte Lieferung mit 6,6 Millionen Schutzmasken erwartet

Um sicherzugehen, dass die Masken auch funktionstüchtig sind, wird laut Kramp-Karrenbauer die Qualität in Stichproben bereits in China getestet. Auch in Deutschland werde das Material kontrolliert. In der Vergangenheit hatte es in Meldungen über schadhafte Masken aus China gegeben.

Menschenauflauf bei Übergabe

Die Umstände der Übergabe hatten für Aufregung und hämische Kommentare in sozialen Medien gesorgt: Rund um die Ministerin drängten sich Reporter wie in Zeiten vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Schutzvorkehrungen fehlten, der Mindestabstand wurde erkennbar nicht eingehalten.

Die Maskenpflicht gelte offensichtlich nicht für Politiker und Journalisten, "da sie stets steril husten". Vielleicht reiche es auch, "wenn man sich in räumlicher Nähe einer Maske befindet", schrieb etwa eine Ärztin auf Twitter.

Das Verteidigungsministerium schrieb dazu später ebenfalls auf Twitter: "Mit Abstand geht es am besten." Daran hätten sich in Leipzig leider nicht alle gehalten. "Das bedauern wir sehr und überprüfen auch unsere eigene Organisation. Muss wohl bei uns noch richtig eingeübt werden." Auch die Bundeswehr entschuldigte sich.

Der Artikel enthielt in einer früheren Version irreführende Angaben zum Besitz des Frachtflugzeugs. Wir haben diese korrigiert.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 27. April 2020 um 12:45 Uhr.

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