Ein Schüler greift zu Stiften in einem Federmäppchen. | Bildquelle: dpa

Schule und Corona Unterricht im Museum?

Stand: 10.11.2020 10:46 Uhr

Maskenpflicht, Lüften, Sitzpläne - vieles wird versucht, um den Schulbetrieb auch während der Corona-Pandemie aufrechtzuerhalten. Aber die steigenden Infektionszahlen machen es zunehmend schwieriger.

Mit Blick auf die steigenden Corona-Infektionszahlen wird nach Lösungen gesucht, wie der Unterricht an Schulen weiter stattfinden kann, ohne Schüler und Lehrer zu gefährden. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek setzt grundsätzlich weiter auf Masken und Lüften. In der "Rheinischen Post" sprach sie sich für eine Maskenpflicht an allen Schulen aus - auch im Klassenzimmer. "Eine allgemeine Maskenpflicht im Unterricht halte ich in einer Phase hoher Infektionszahlen selbst an Grundschulen für zumutbar, auch wenn Maskentragen über den Tag natürlich lästig ist", sagte die CDU-Politikerin. Das Tragen von Masken sei für sie aber das effektivste Mittel, um Unterricht zu ermöglichen.

Außerdem schlug Karliczek vor, in andere Räume auszuweichen, um mehr Abstand zu erreichen. Unterricht könne zum Beispiel auch in Pfarrzentren stattfinden, sagte sie. Auch aus dem Museumsbereich habe es bereits ein Angebot gegeben. Natürlich seien solche Räume nicht immer für Unterricht geeignet. "Hier ist insgesamt viel Kreativität und auch Toleranz von allen Seiten gefragt."

Mit dickem Pullover im Klassenzimmer

Flexibilität forderte Karliczek auch beim Thema Lüften. Regelmäßiges Stoßlüften in Klassenräumen helfe, auch wenn es dadurch mal kalt werde. Experten des Umweltbundesamtes und die Kultusministerkonferenz seien zu dem gleichen Ergebnis gekommen. "Es ist in der momentanen Lage den Schülern zuzumuten, einen dickeren Pullover anzuziehen", sagte die Ministerin. Mobile Luftfiltergeräte könnten das Lüften dagegen nicht ersetzen.

Esken: Kleine Gruppen im Wechsel

Den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten ist für die SPD-Vorsitzende Saskia Esken das Hauptziel - neben dem Infektionschutz. Im ARD-Morgenmagazin sprach sie sich dafür aus, in Schulen nur noch in kleineren Gruppen im Wechsel zu unterrichten. Für Kinder und Jugendliche sei es wichtig, ihre Lehrer und Mitschüler regelmäßig zu treffen. Deshalb müssten die Schulen offengehalten werden. "Auf der anderen Seite ist Infektionsschutz natürlich sehr wichtig. Deswegen sind kleinere Gruppen auch sinnvoll."

Auch Konzepte mit einem sogenannten hybriden Wechselunterricht - also einem Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht - wären Esken zufolge hilfreich. Mindestens in der Oberstufe könnten sie nach Auffassung der SPD-Chefin auch durchgängig eingesetzt werden. Man habe mittlerweile ein Infektionsgeschehen, das es nicht zulasse, nur an einzelnen Orten zu reagieren. "Deswegen würde ich mir wünschen, dass die Kultusminister sich jetzt auf den Weg machen, solche Modelle eben auch flächendeckend einzusetzen, um Bildung zu gewährleisten."

Anders als im Frühjahr sind im derzeitigen Teil-Lockdown die Schulen in der Regel weiterhin geöffnet. In mehreren Bundesländern gilt bereits eine Maskenpflicht im Unterricht - Grundschüler sind aber in der Regeln davon ausgenommen.

Bildungsministerin Karliczek für Maskenpflicht im Unterricht an allen Schulen
Evi Seibert, ARD Berlin
10.11.2020 07:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die Tagesschau um 05.30 Uhr sowie das ARD-Morgenmagazin am 10. November 2020.

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