Seefeld in Tirol | dpa

Ab Sonntag Ganz Österreich kein Risikogebiet mehr

Stand: 11.06.2021 13:09 Uhr

Am Sonntag streicht die Bundesregierung weitere beliebte Urlaubsregionen von der Liste der Corona-Risikogebiete, darunter auch Tirol. Die EU arbeitet an einer "Notbremse", sollte sich die Lage wieder verschlechtern.

Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag ganz Österreich sowie Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz von der Liste der Risikogebiete. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten.

Für die meisten österreichischen Bundesländer war die Einstufung als Risikogebiet bereits vor einer Woche aufgehoben worden. Ab Sonntag gilt das auch für die noch ausstehenden Länder Tirol und Vorarlberg. Wer aus Deutschland nach Österreich einreist, muss allerdings auch weiterhin einen negativen Antigen- oder PCR-Test vorweisen können. Davon ausgenommen ist, wer eine Impfung nachweisen kann oder bereits an Corona erkrankt und genesen ist.

In Kroatien sind ab Sonntag nur noch zwei Regionen im Landesinneren auf der Risikoliste, alle Urlaubsgebiete an der Adria-Küste sind "risikofrei". In Griechenland werden die Peloponnes und die Inseln der nördlichen Ägäis - dazu zählen unter anderen Lesbos und Samos - von der Risikoliste gestrichen.

Reisewarnung entfällt für weitere Länder

Auch die Urlaubsinsel Madeira in Portugal sowie die Länder Zypern, Armenien, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Libanon, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien und die Ukraine werden von der Risikoliste gestrichen. Hinzu kommen zwei Regionen in Norwegen. Für alle diese Länder und Regionen entfällt auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Die USA und Kanada sind ab Sonntag ebenfalls keine Risikogebiete mehr. In diesen beiden Ländern gilt aber nach wie vor eine Einreisesperre für Deutsche, die nicht dort leben.

Gelockert werden die Einreisebeschränkungen auch für Georgien, Katar und Mexiko. Diese drei Länder werden vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet zurückgestuft. Damit entfällt die generelle Quarantänepflicht von fünf bis zehn Tagen bei Einreise nach Deutschland. Wer einen negativen Test vorweisen kann, muss sich nicht mehr selbst isolieren. Als Hochinzidenzgebiete werden in der Regel Länder eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche (Sieben-Tage-Inzidenz) über 200 liegt. Als Risikogebiete gelten Länder mit einer Inzidenz über 50.

EU-Staaten beschließen "Notbremse" für Sommerreisen

Die Bundesregierung rät allerdings weiterhin grundsätzlich von touristischen Reisen ins Ausland ab und bereitet sich gemeinsam mit den anderen EU-Staaten auch darauf vor, dass erneut Einschränkungen nötig werden könnten. Angesichts der Ausbreitung neuer Coronavirus-Varianten beschlossen die Botschafter der EU-Länder eine "Notbremse", die eine Wiedereinführung von Test- und Quarantänepflichten auch für vollständig geimpfte Reisende mit dem digitalen Corona-Zertifikat der EU ermöglicht. Im Gegenzug wurden Bestimmungen für die Einstufung von Risikogebieten etwas gelockert.

Der Beschluss sieht vor, Regionen künftig erst bei deutlich höheren Inzidenzzahlen als Risikogebiet einzustufen. Dies soll dazu führen, dass weniger Menschen unter strenge Test- und Quarantäneauflagen fallen und innerhalb der EU wieder mehr gereist werden kann. Geimpfte und Genesene sollen zudem in der Regel gar keine Reisebeschränkungen zu befürchten haben. Für andere Reisende sollen sich die Einschränkungen nach der Infektionslage des Landes richten, aus dem sie kommen.

Für den Fall, dass besorgniserregende Virusvarianten auftauchen, können Reisebeschränkungen aber über die "Notbremse" wieder eingeführt beziehungsweise verschärft werden. Nach der beschlossenen Empfehlung kann fortan jeder Mitgliedstaat entscheiden, die Notbremse zu ziehen. Dies gelte "insbesondere aufgrund einer hohen Verbreitung von Sars-CoV-2-Varianten", heißt es in dem Text.

Beschränkungen wie Test- oder Quarantänepflichten können demnach bei der Einreise aus bestimmten betroffenen Städten oder Regionen oder auch ganzen EU-Ländern verhängt werden. "Ausnahmsweise und vorübergehend" sei dies dann auch für "Inhaber von Impfbescheinigungen oder Genesungsbescheinigungen" möglich, heißt es in dem Text. Soweit möglich sollten "solche Maßnahmen auf die regionale Ebene beschränkt werden". Das System soll auch für Länder des Schengen-Raums gelten - Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz, aber nicht für das ehemalige EU-Mitglied Großbritannien.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juni 2021 um 14:00 Uhr.