Menschen warten vor einem Corona-Testzentrum in der Bad Homburger Innenstadt auf ihren kostenlosen Covid-Test. | dpa

Neuer Höchststand Corona-Inzidenz steigt weiter

Stand: 15.03.2022 08:40 Uhr

Die Corona-Inzidenz hat erneut einen Höchststand erreicht. In der Debatte um Lockerungen und das neue Infektionsschutzgesetz fordert die Kultusministerkonferenz, die Maskenpflicht auch in Schulen vorerst beibehalten zu können.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen mit 1585,4 an. Am Vortag hatte er bei 1543,0 gelegen, vor einer Woche bei 1293,6.

In absoluten Zahlen registrierten die Gesundheitsämter 198.888 Neuinfektionen binnen 24 Stunden und damit knapp 42.000 mehr als am Dienstag vor einer Woche. Experten gehen zudem von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt.

238 weitere Menschen starben.

Lockerungen trotz steigender Inzidenz?

In dieser Woche wollen SPD, Grüne und FDP ein abgespecktes Infektionsschutzgesetz beschließen, das die Corona-Maßnahmen der Bundesländer deutlich reduzieren soll. Die Regeln des bisherigen Infektionsschutzgesetzes laufen am Samstag aus. Ohne Neuregelung wären dann gar keine Schutzmaßnahmen mehr möglich. Der Bundestag soll am Mittwoch erstmals über den Gesetzentwurf beraten.

Als Begründung für das Lockern der Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen führt die Bundesregierung an, dass trotz steigender Fallzahlen keine Überlastung des Gesundheitssystems mehr drohe, weil die Krankheitsverläufe bei der derzeit vorherrschenden Omikron-Virusvariante häufig milder sind.

Eingeschränkte Schutzmaßnahmen sollen in sogenannten Hotspots mit hohen Infektionszahlen weiter möglich sein. Die allgemeine Maskenpflicht aber soll fallen und nur in Pflegeheimen, Kliniken und im öffentlichen Nah- und Fernverkehr bestehen bleiben.

KMK fordert weiter Möglichkeit zur Maskenpflicht

An den geplanten Lockerungen gibt es Kritik, auch aus den Ländern. Die Kultusministerkonferenz (KMK) fordert Nachbesserungen am Infektionsschutzgesetz für Schulen. Die Länder sollten auch über den 20. März hinaus bei Bedarf eine Maskenpflicht im Unterricht anordnen können, sagte die schleswig-holsteinische Kultusministerin Karin Prien den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Zwar sollten bis spätestens Mai auch nach dem Willen der Länder an Schulen alle Einschränkungen entfallen, insbesondere auch die Pflicht zum Tragen von Masken und zu anlasslosen Testungen. Aktuell aber sei eine bundesweite Regelung für den Basisschutz nötig, "die es auch ermöglicht, bei Bedarf Maskenpflicht und Testpflicht als Werkzeuge zur Verfügung zu haben", so Prien.

Über dieses Thema berichteten am 15. März 2022 das ARD-Morgenmagazin um 08:16 Uhr und tagesschau24 um 09:40 Uhr.