Melanie Huml und Markus Söder | Bildquelle: dpa

Söder zu Fehlern bei Corona-Tests "Eine große Panne"

Stand: 13.08.2020 16:42 Uhr

Bayerns Ministerpräsident Söder hat sich für die Verzögerung bei Zehntausenden Corona-Tests für Reiserückkehrer entschuldigt. Aber trotz der schweren Panne hält er an seiner Gesundheitsministerin fest.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat nach der schweren Panne bei den Corona-Tests für Reiserückkehrer Fehler der Behörden eingeräumt. "Da ist eine Panne passiert, und zwar eine große Panne", sagte Söder nach einer Krisensitzung in München. Diese betreffe nicht die Strategie, sondern die Umsetzung. "Es ist wirklich hoch ärgerlich. Wir können uns dafür nur entschuldigen."

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml habe ihm zweimal ihren Rücktritt angeboten. "Ich habe weiter Vertrauen zu ihr", betonte Söder. Huml wolle die "Scharte auswetzen". Huml sagte, es sei "richtig, dass ich angeboten habe, die Konsequenzen zu tragen". Sie fügte hinzu: "Ich bin dankbar, dass ich das Vertrauen weiterhin habe." Die Landes-SPD hatte zuvor ihren Rücktritt gefordert.

Söder hält nach Corona-Testpanne an Gesundheitsministerin Huml fest
Tagesschau 17 Uhr , 13.08.2020, Johannes Reichart, BR

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Noch nicht alle positiv Getesten informiert

Die bayerische Staatsregierung hatte am Mittwoch eingestehen müssen, dass die Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern weitaus größere Ausmaße haben als bisher bekannt. Nach freiwilligen Tests hatten die bayerischen Behörden bis Mittwochabend insgesamt 44.000 Urlaubsrückkehrer nicht über ihre Ergebnisse informiert, einschließlich etwa 900 positiv Getesteten, die nun bundesweit viele andere Menschen angesteckt haben könnten.

908 positive Ergebnisse seien bisher zugeordnet worden, sagte Huml. Wie viele dieser Getesteten heute bereits telefonisch erreicht worden seien, könne sie nicht sagen. Dazu kämen über 150 Fälle, die noch nicht eindeutig zugeordnet worden seien und bei denen im System möglicherweise Dopplungen vorlägen.

Gründe für die Verzögerungen sind nach Angaben der bayerischen Regierung die unerwartet hohe Nachfrage und Probleme bei der händischen Übertragung von Daten - die handschriftlich ausgefüllten Formulare sind häufig schwer zu lesen. Seit dieser Woche übernehmen nach und nach private Anbieter den Betrieb, die das System digitalisieren. Die Anfangsschwierigkeiten dürften daher abgestellt sein, sagte Huml.

Landesamt-Chef wechselt ins Innenministerium

Als Konsequenz aus der Panne wechselt der Leiter des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, ins bayerische Innenministerium. Von dort soll künftig der Betrieb der kommunalen Testzentren gesteuert werden, gab Söder bekannt. Das Innenministerium sei näher an den Kommunen.

Zapf hatte am Mittwoch eingeräumt, die Behörden hätten die Zahl der Tests bei weitem unterschätzt und seien überrollt worden. Söder kündigte zudem an, das Personal des Landesamts um 100 Stellen aufzustocken.

Söder wegen Fallzahlen beunruhigt

Söder warnte vor bundesweit steigenden Fallzahlen: "Wenn wir nicht aufpassen, stehen wir in einigen Wochen vor einer ganz schwierigen Situation." Es werde in den kommenden Wochen bei der Rückkehr von Urlaubern oder dem Schulstart noch viele Probleme geben: "Wer glaubt, dass Corona ausgesessen und vorbei ist, der wird sich getäuscht sehen."

Die aktuelle Situation ähnele der Lage im März. Es gebe in vielen Regionen eine Zunahme der Infektionen und europaweit eine wachsende Zahl von Risikogebieten. "Die Sorge ist mehr als berechtigt."

Bayern testet besonders umfassend

Die Staatsregierung bietet an drei Autobahnen, an Hauptbahnhöfen und Flughäfen freiwillige Corona-Tests für Urlaubsheimkehrer aus allen Bundesländern an. "Wir testen an der Grenze für ganz Deutschland", hatte Söder noch vor wenigen Tagen erklärt.

Das geht über die Beschlüsse der Gesundheitsminister von Bund und Ländern hinaus, die im April lediglich freiwillige Tests an Flughäfen sowie Stichproben an Straßen in Grenznähe vereinbart hatten. Verpflichtend sind Tests bundesweit für Heimkehrer aus Risikogebieten.

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