Startschirm einer Corona Warn-App | Bildquelle: dpa

Warn-Anwendung Corona-App soll Dienstag starten

Stand: 14.06.2020 18:34 Uhr

Nach viel Streit und Verzögerungen startet am kommenden Dienstag die Corona-App der Bundesregierung. Das Ziel: Kontakte von Covid-19-Erkrankten nachvollziehen - um so eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird am Dienstag vorgestellt und freigeschaltet. Das berichten verschiedene Medien übereinstimmend. Im Bericht aus Berlin bestätigte Gesundheitsminister Jens Spahn lediglich, dass die App in der kommenden Woche verfügbar ist. Er habe zuletzt von der kommenden Woche gesprochen, da gehöre der Dienstag dazu, so Spahn.

Endlich ist es soweit: Die Corona-Warn-App kommt in der nächsten Woche
tagesschau 20:00 Uhr, 14.06.2020, Christian Feld, ARD Berlin

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Letzte Tests seien mit vielversprechenden Ergebnissen gelaufen. "Wir sind im Zeitplan, den wir mit den Unternehmen vereinbart haben. Wir sind übrigens auch im Kostenplan", sagte der CDU-Politiker.

Laut dpa soll die App vom Gesundheitsminister, von Innenminister Horst Seehofer, Kanzleramtschef Helge Braun und Vertretern der Entwickler-Firmen T-Systems und SAP vorgestellt werden. Besitzer eines geeigneten Smartphones können freiwillig entscheiden, ob sie die Warn-App installieren wollen oder nicht. Die App kann auch nachträglich wieder deaktiviert oder deinstalliert werden.

Jens Spahn, Gesundheitsminister, CDU, über die Einführung der Corona-App
Bericht aus Berlin, 14.06.2020

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App misst Distanz und Dauer

Mit der Anwendung sollen die Corona-Infektionsketten besser erkannt werden. Sie misst über den Kurzstreckenfunk Bluetooth, ob sich Anwender der App über einen Zeitraum von 15 Minuten oder länger näher als ungefähr zwei Meter gekommen sind. Dabei werden stoßweise alle zweieinhalb bis fünf Minuten anonymisierte Identifikationsnummern übertragen. Der Ort der Begegnung wird dabei nicht erfasst. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und diese Information in der App geteilt, werden die anderen Anwender informiert, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

Bei der App wurde ein mehrstufiges Datenschutzkonzept umgesetzt. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber lobte es als "datenschutzfreundliche Lösung". Grüne und Linke hatte darüber hinaus eine eigene gesetzliche Grundlage für die App gefordert, um Diskriminierungen bei Alltagsgeschäften für Menschen zu verhindern, die die App nicht einsetzen wollen.

Braun räumt Versäumnisse ein

Eigentlich sollte die Warn-App bereits Ende April starten, doch es gab lange Verzögerungen. Kanzleramtschef Braun räumte Versäumnisse bei der ein. "Aus heutiger Sicht hätten wir die Entscheidung, die Unternehmen mit der technischen Umsetzung der Corona-App zu betrauen, zehn Tage früher treffen sollen", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". Braun sprach auch von Differenzen im ursprünglichen Projektteam, die einen schnellen Erfolg verhindert hätten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. Juni 2020 um 12:00 Uhr.

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