Ein 9-Euro-Ticket des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart GmbH (VVS) ist auf dem Display eines Smartphones zu sehen. | picture alliance/dpa

Länder stimmen zu Das Neun-Euro-Ticket kommt

Stand: 20.05.2022 12:14 Uhr

Der Bundesrat hat dem Gesetz für das Neun-Euro-Ticket zugestimmt. Das Ticket soll es von Juni bis August geben. Nutzerinnen und Nutzer können damit im öffentlichen Nahverkehr für neun Euro im Monat reisen.

Die Bundesländer haben trotz Kritik an der Finanzierung grünes Licht für das Neun-Euro-Ticket gegeben. Der Bundesrat ließ das entsprechende Gesetz passieren. Damit kann im Juni, Juli und August deutschlandweit der öffentliche Nahverkehr für neun Euro pro Monat genutzt werden. Eingeschlossen sind auch Regionalbahnen.

Das Ticket ist wie die auf den gleichen Zeitraum befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel Teil des Entlastungspakets, das die Bundesregierung angesichts stark steigender Energie- und Lebensmittelpreise versprochen hatte.

Mit dem Neun-Euro-Ticket ist auch die Hoffnung verbunden, dass mehr Menschen vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen.

"Die Bundesländer starten demnächst mit dem Verkauf", twitterte das Verkehrsministerium. Minister Volker Wissing sprach im Bundesrat von einer "Chance" für den Nahverkehr. Es werde dabei "sicher" an manchen Tagen und auf manchen Strecken zu "vollen Bussen und Zügen" kommen, räumte er ein.

Kritik aus den Ländern

An dem Ticket hatte es im Vorfeld Kritik gegeben, unter anderem aus Bayern. Landesverkehrsminister Christian Bernreiter sagte im Bundesrat, das Projekt sei "teuer" und es gebe keine Ausweitung des Angebots. Außerdem stelle sich die Frage, ob nach dem August Tariferhöhungen anstünden.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mahnte "dauerhaft attraktive Angebote, damit Menschen auf den ÖPNV umsteigen" an. Das Ticket dürfe kein Strohfeuer sein. In der Länderkammer stimmte aber auch Bayern zu.

Länder fordern dauerhaft mehr Geld

Zur Finanzierung des günstigen Tickets stellt der Bund 2,5 Milliarden Euro in Form von sogenannten Regionalisierungsmitteln zur Verfügung. Den Ländern reicht das eigentlich nicht. Sie fordern auch eine dauerhaft höhere Unterstützung für den öffentlichen Nahverkehr. Die Länderkammer verabschiedete dazu eine Entschließung.