Moschee in Berlin | Bildquelle: dpa

Brände und Steinwürfe Anschläge auf türkische Einrichtungen

Stand: 12.03.2018 12:52 Uhr

In Berlin brennt ein Ditib-Kulturverein, im Sauerland wird ein Vereinsheim attackiert, in Itzehoe gibt es Anschläge an zwei Orten und in Hamburg wird das türkische Konsulat attackiert. Ein Zusammenhang ist unklar.

Am Wochenende hat es in mehreren Bundesländern Anschläge auf türkische Einrichtungen gegeben. Ob es ein Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen gibt, ist noch unklar.

Brandanschlag auf eine Moschee

Auf eine Moschee in Berlin-Reinickendorf wurde in der Nacht offenbar ein Brandanschlag verübt. Passanten hörten laut Polizei frühmorgens ein Klirren und sahen drei Jugendliche weglaufen. Anschließend hätten die Zeugen eine eingeworfene Scheibe im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses sowie ein Feuer in den Räumen des türkischen Moscheevereins entdeckt, der zum Ditib-Verband gehört. Verletzt wurde niemand.

Die Polizei geht von einer politisch motivierten Straftat aus, der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Mehr dazu bei rbb24.de

Polizisten stehen vor dem zerstörten Eingang einer Moschee in Berlin. | Bildquelle: dpa
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Gegen zwei Uhr war in einer Moschee in Berlin-Reinickendorf ein Feuer ausgebrochen.

Drei Verdächtige in Meschede festgenommen

Ebenfalls am frühen Morgen gab es einen Brandanschlag auf einen türkisch-deutschen Freundschaftsverein im sauerländischen Meschede. Laut Polizei wurden drei Molotow-Cocktails gegen die Fassade des Hauses geworfen.

Noch in Tatortnähe konnten die Beamten ein verdächtiges Auto mit drei Männern erkennen, die dann festgenommen wurden. Sie sind 26 bis 30 Jahre alt. Zum Motiv machte die Polizei noch keine Angaben. Mehr dazu bei wdr.de

Attacken auf zwei Orte in Itzehoe

In Itzehoe schlugen Unbekannte außerdem am frühen Morgen die Fenster einer Moschee ein und legten ein Feuer in einem türkischen Gemüseladen. Ein Passant habe die acht Bewohner über dem Geschäft wachgeklingelt. Sie gelangten unverletzt ins Freie. Die Feuerwehr löschte die Flammen. Zwischen den beiden Gebäuden liegt etwa ein Kilometer, einen Zusammenhang zwischen den beiden Taten schließt die Polizei nach eigenen Angaben nicht aus. Mehr dazu bei ndr.de

Bereits am Samstag hatten 400 Menschen gegen die türkische Offensive in syrischen Kurdengebieten demonstriert. Dabei flogen Steine auf das türkische Generalkonsulat. Ein Polizist wurde verletzt und am Gebäude kam es zu kleineren Schäden. Mehr dazu bei ndr.de

"Unmenschliche Verbrechen"

Nach einem Brandanschlag auf eine Moschee in Baden-Württemberg am Freitag sprach die Türkische Gemeinde in Deutschland von einem Terrorakt. "Solche unmenschlichen Verbrechen" bedrohten nicht nur die Menschen direkt, sondern sollten "auch die Grundfesten unserer Gemeinschaft erschüttern", sagte der Bundesvorsitzende Gökay Sofuoglu.

Unbekannte hatten am Freitag Brandsätze in das Gebäude in Lauffen am Neckar geworfen.

Polizei und Staatsanwaltschaft teilten mit, es werde nach mindestens fünf Tätern gesucht. Ob der Brandanschlag einen fremden- oder islamfeindlichen Hintergrund habe, sei noch offen. Es werde wegen des Verdachts des versuchten Mordes ermittelt. Bei dem Anschlag war niemand verletzt worden. Mehr dazu bei swr.de

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 11. März 2018 um 11:03 Uhr.

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