Ein Zug der Deutschen Bahn fährt in den Bahnhof von Freiburg ein

Folgen des Klimawandels Die Bahn will "wetterfester" werden

Stand: 18.06.2021 15:33 Uhr

Einer Studie von Klimaforschern zufolge wird es in Deutschland regional zu mehr Starkregen und Hitzetagen kommen. Die Deutsche Bahn will sich nun besser gegen die Folgen des Klimawandels wappnen.

Deutlich mehr Hitzetage oder Wetterextreme wie Starkregen und Hagel: Die Deutsche Bahn will sich mit einer neuen "Resilienz-Strategie" besser gegen die Folgen des Klimawandels wappnen. "Der Klimawandel ist längst Realität", erklärte Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. Oberstes Ziel sei daher, Klimaneutralität zu erreichen, die der Konzern bis zum Jahr 2040 anstrebt.

Gleichzeitig soll nach den Worten Pofallas der Schienenverkehr "wetterfester" gemacht werden. Die "Resilienz" der Bahn - also die Widerstandsfähigkeit in schwierigen Situationen - soll sich dabei auf eine Reihe von Maßnahmen stützen. So sieht die Strategie etwa vor, dass die Bahn künftig zielgerichteter auf lokale Wetterphänomene reagieren kann und es "klimafestere Stellwerkstechnik und Energieanlagen" gibt.

Ältere Züge sollen generalüberholt werden

Sensoren sollen künftig rund um die Uhr Anlagentemperaturen und Umgebungsbedingungen erfassen, sodass die Bahn mögliche Störungen durch Klimaschäden früh erkennen und Reparaturen rechtzeitig anstoßen kann. Außerdem verweist die Bahn darauf, dass sämtliche neu angeschaffte Fernverkehrszüge auf ein stabiles Raumklima ausgelegt seien und der ICE 4 sogar für Außentemperaturen bis 45 Grad Celsius gewappnet sei.

In der Vergangenheit hatten hohe Außentemperaturen die Klimaanlagen in Fernverkehrszügen wiederholt vor große Probleme gestellt. Um die Stabilität der Klimaanlagen in den Fernverkehrszügen zu gewährleisten, wendet die Bahn nach Konzernangaben jährlich einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag auf. Ältere Baureihen würden für einen längeren Einsatz "generalüberholt und mit klimafesten Anlagen neu ausgerüstet". Gleiches gilt demnach für Fahrzeuge im Regionalverkehr sowie neue S-Bahnen der DB.

Grundlage für die Strategie der Bahn ist eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Demnach nehmen Hitzetage perspektivisch weiter zu, mit Schwerpunkten in den Regionen Mainz, Karlsruhe sowie Teilen Nordost-Deutschlands. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Anzahl der Eistage vor allem in den westlichen Regionen deutlich sinkt.

Das PIK geht ferner davon aus, dass die südlichen Bundesländer sowie die Region Hagen - wie heute bereits zu beobachten sei - künftig mit am stärksten von Starkregen betroffen sein werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 20. Juli 2021 um 19:05 Uhr.