AfD-Chef Jörg Meuthen hält die Eröffnungsrede des Parteitags in Hannover | Bildquelle: AFP

Parteitag in Hannover Meuthen erneut zum AfD-Chef gewählt

Stand: 02.12.2017 19:25 Uhr

Der AfD-Vorsitzende Meuthen ist für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Auf dem Parteitag in Hannover wurde der 56-Jährige mit 72 Prozent als einer von zwei Parteichefs gewählt. Es gab bei der Abstimmung keine Gegenkandidaten.

Der bisherige Vorsitzende der AfD, Jörg Meuthen, führt erneut seine Partei an. Im ersten Wahlgang erhielt er auf dem Parteitag in Hannover 72 Prozent der Stimmen. Damit ist Meuthen für zwei weitere Jahre einer von zwei Vorsitzenden der Partei.

Sein Co-Vorsitzender konnte bisher nach zwei Wahlgängen nicht ermittelt werden. Weder der Berliner Landesvorsitzende Georg Pazderski noch seine Gegenkandidatin, die schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein, erreichten die erforderliche Mehrheit. Sayn-Wittgenstein zog später ihre Kandidatur zurück. Sie soll nun für einen stellvertretenden Vorsitz antreten.

Schließlich kündigte Fraktionschef Alexander Gauland seine Kandidatur an. Daraufhin zogen Pazderski sowie alle anderen möglichen Bewerber ihre Kandidatur für den Vorsitz der AfD zurück.

Karin Dohr, ARD Berlin, zur Wahl von Meuthen zum AfD-Chef
tagesschau 17:50 Uhr, 02.12.2017

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Meuthen war AfD-Fraktionschef in Baden-Württemberg, seit kurzem sitzt er als Nachrücker für die AfD im Europaparlament. Er hatte eine Doppelspitze mit Frauke Petry gebildet, bis diese nach der Bundestagswahl aus der AfD austrat.

Kurz vor der Neuwahl des AfD-Vorstands hatte sich der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, nach übereinstimmenden Medienberichten gegen eine Kandidatur für den Parteivorsitz entschieden. Damit wuchs die Wahrscheinlichkeit, dass Jörg Meuthen die Partei als ein Teil der neuen Doppelspitze führt.

Meuthen verspricht Neuwahl "ohne Kampfgeschrei"

Bei seiner Eröffnungsrede des Parteitags hatte Meuthen gesagt, die Neuwahl des Vorstandes solle "ohne Kampfgeschrei" ablaufen. Es werde einen "sinnvollen und geordneten Wettbewerb" um die Vorstandsposten geben.

Jörg Meuthen, AfD | Bildquelle: AFP
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Jörg Meuthen attackierte in seiner Eröffnungsrede mehrmals Bundeskanzlerin Merkel.

Meuthen hatte zugleich mit großer Zufriedenheit auf die Wahlerfolge der Partei im laufenden Jahr zurückgeblickt. "Noch nie ist in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland einer Partei ein solcher Aufstieg in einer so kurzen Zeit gelungen", sagte Meuthen. Er lobte ausdrücklich die Arbeit der neuen Bundestagsfraktion und machte deutlich, dass diese im Falle guter Vorschläge anderer Fraktionen durchaus zur Zusammenarbeit bereit sei. Es gehe der AfD nicht "um die Futtertöpfe des Landes", sondern um das Land.

Meuthen formulierte zugleich eine Kampfansage: "Wir werden uns nicht verbiegen lassen wie die Altparteien", sagte er. "Wir sind nicht gestartet, um diese zum Teil erbärmlichen Sandkastenspiele der anderen Parteien mitzumachen", fügte er hinzu. Die AfD setze sich als einzige Partei für eine "patriotischen Politik für Deutschland" ein. "Uns geht es nicht um Politspielchen, sondern allein darum, unser Land auf einen guten, zukunftsfähigen Weg, den es verlassen hat, zurückzuführen", fügte er hinzu.

AfD Parteitag in Hannover im Überblick
tagesschau 17:00 Uhr, 02.12.2017, Ulla Fiebig, ARD Berlin

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Polizei setzt Wasserwerfer gegen Demonstranten ein

Der Parteitag begann mit einer einstündigen Verspätung. Als Grund nannte Meuthen Störungen durch Demonstranten. Die Delegierten halten ihr zweitägiges Treffen unter hohem Polizeiaufgebot ab. Am Morgen blockierten Demonstranten Zufahrtswege. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um Blockaden zu räumen. Nach Polizeiangaben wurden mehrere Menschen verletzt. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk sagte, er sei von Demonstranten an der Hand verletzt worden.

Am Nachmittag verlief eine Großkundgebung gegen den AfD-Parteitag nach Polizeiangaben "weitestgehend ruhig". Dem Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" zufolge beteiligten sich an der Demonstration in Hannover etwa 8000 Menschen. Die Polizei gab die Zahl der Teilnehmer mit 6500 an.

Marie-Kristin Boese, ARD Berlin, mit Informationen vom AfD-Parteitag
tagesschau 17:00Uhr, 02.12.2017

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 2. Dezember 2017 um 19.00 Uhr.

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