Pretzell und Petry | Bildquelle: dpa

Wahlkampf 2017 Moskau zahlte AfD-Politikern Privatflug

Stand: 22.05.2018 08:10 Uhr

Russland hat 2017 drei AfD-Politikern eine Reise im Privatjet nach Moskau bezahlt. Das bestätigten Teilnehmer laut einem Medienbericht. Gegenwert: offenbar 25.000 Euro. CDU und Grüne kritisierten den Vorgang scharf.

Im Wahlkampfjahr 2017 reisten die drei AfD-Politiker Frauke Petry, Marcus Pretzell und Julian Flak auf Kosten Moskaus in einem Privatjet nach Russland. Das bestätigten zwei der Teilnehmer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Wie das Blatt weiter berichtet, hatte die Reise einen Gegenwert von rund 25.000 Euro. Wer genau in Russland die Kosten für die Reise übernahm, ist jedoch nicht klar.

Zuwendung nicht bei Parlamentsverwaltung angezeigt

Petry war damals Parteivorsitzende, Pretzell Europa-Abgeordneter und Flak im Bundesvorstand und Vorsitzender des AfD-Satzungsausschusses. Erstere traten nur kurz nach der Bundestagswahl aus der Partei aus.

Julian Flak | Bildquelle: picture alliance / Hauke-Christi
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Zusammen mit Frauke Petry und Marcus Pretzell reiste Julian Flak 2017 auf Kosten Moskaus in einem Privatjet nach Russland.

Es ist das erste Mal, dass eine Zuwendung dieser Größenordnung von Russland an AfD-Mitglieder bekannt wurde. Allerdings betonte Pretzell, das Trio sei nicht im Parteiauftrag in Russland gewesen. Wären sie in ihrer Funktion als Abgeordnete des sächsischen Landtags bzw. des EU-Parlaments gereist, hätten sie eine derart große Zuwendung bei den Parlamentsverwaltungen anzeigen müssen - was sie jedoch nicht taten.

Scharfe Kritik von Außenpolitikern

Führende Politiker anderer Parteien kritisierten den Vorgang scharf. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen (CDU), sagte: "Für welchen Landtags- oder auch Bundestagsabgeordneten würde ein russischer Geldgeber ein Privatflugzeug chartern und dafür 25.000 Euro zahlen?"

Auch der Grünen-Obmann im Auswärtigen Ausschuss, Omid Nouripour, sagte der "FAZ", die Tatsache, dass Russland Rechtspopulisten in ganz Europa unterstütze, sei nicht neu. "Aber das ist das erste Mal, dass sich eine bisher nur angenommene Verbindung zur AfD nachweisen lässt. Das ist fatal und schockierend. Damit ist die AfD der verlängerte Arm Putins im deutschen Parlament."

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland kündigte Aufklärung an: "Der geldwerte Vorteil, den Petry, Pretzell und Flak augenscheinlich angenommen haben, wurde beim Bundesvorstand nicht angezeigt."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Mai 2018 um 09:15 Uhr.

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