Die Logos der Apps von Twitter (von links), Facebook und WhatsApp. | AP
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Studie zu Messengerdiensten Mobbing, Hass und Fake News

Stand: 25.03.2021 10:37 Uhr

Viele junge Menschen werden in Internet-Messengern wie Whatsapp beleidigt, gemobbt oder bedroht - so das Ergebnis einer aktuellen Studie von Infratest dimap. Auch Desinformation ist demnach weit verbreitet.

Fake News, Mobbing oder Hassrede - viele junge Menschen in Deutschland haben einer Umfrage zufolge über Messenger-Dienste schon Erfahrungen mit problematischen Inhalten gemacht. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für die Vodafone Stiftung gaben 61 Prozent der 14- bis 24-Jährigen an, im Chat schon einmal Nachrichten mit falschen Inhalten geschickt bekommen zu haben. 53 Prozent haben demnach bereits Mobbing dort beobachtet, 48 Prozent Hassrede.

Jeder Dritte ist der Umfrage zufolge über Messenger schon selbst beleidigt, gemobbt oder bedroht worden. 40 Prozent der befragten jungen Mädchen und Frauen gaben an, schon belästigt worden zu sein. Bei den jungen Männern waren es 29 Prozent.

Whatsapp am beliebtesten

Die Falschnachrichten verbreiten sich der Umfrage zufolge über unterschiedliche Wege: Absender können dabei sowohl Freunde und Familie als auch entferntere Bekannte oder Fremde sein.

Aus dem Alltag vieler junger Menschen sind die Messenger-Dienste der Umfrage nach kaum mehr wegzudenken: 99 Prozent sind auf Chat-Plattformen wie WhatsApp, Telegram oder Signal aktiv und nutzen sie so intensiv wie soziale Medien. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der 14- bis 24-Jährigen nutzen Messenger demnach mehr als eine Stunde täglich. Der Dienst WhatsApp ist dabei am beliebtesten - 96 Prozent der Befragten gaben an, täglich dort online zu sein.

Die Studie wurde im September 2020 als Online-Erhebung durchgeführt. Insgesamt nahmen 2064 Menschen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren in Deutschland teil. 2032 von ihnen nutzen Messengerdienste.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. März 2021 um 05:45 Uhr und 07:40 Uhr in den Nachrichten.