Brennende Waldfläche in Nova Maringa im Amazonasgebiet | Bildquelle: dpa

Brasilien Deutlich mehr Brände im Amazonasgebiet

Stand: 02.08.2020 10:21 Uhr

Mitte Juli hatte Brasiliens Regierungschef Bolsonaro die Brandrodung vorübergehend verboten. Doch im Amazonasgebiet und im Pantanal lodern soviele Brände wie nie - zuletzt über tausend an nur einem Tag.

Die Zahl der Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet ist im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat trotz des derzeit geltenden Abbrenn-Verbots drastisch gestiegen. Wie die brasilianische Weltraumagentur Inpe unter Berufung auf Satellitenbilder mitteilte, gab es im Juli dieses Jahres 6803 Waldbrände in der Region, im Vorjahresmonat waren es 5318. Dies entspricht einem Anstieg um 28 Prozent. 

Allein am 30. Juli habe es mehr als tausend Waldbrände gegeben, erklärte Inpe. Es handele sich um die höchste Zahl an Waldbränden an nur einem Tag im Juli seit 15 Jahren.

Nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace stieg die Zahl der Waldbrände auf dem Gebiet indigener Volksgruppen um 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. In Naturschutzgebieten gab es demnach einen Anstieg um 50 Prozent.

Illegale Rodungen oft Ursache

Auslöser der Waldbrände sind häufig illegale Rodungen. Bereits für den Juni dieses Jahres hatte Inpe eine Rekord-Entwaldung gemeldet. Im Juni beginnt in der Amazonas-Region die Trockenzeit, in der viele Brände ausbrechen. 

"Das Dekret, das die Brände auf dem Papier verbietet, funktioniert nicht, wenn es im Feld nicht auch mehr Überwachung gibt", sagte Greenpeace-Aktivist Rômulo Batista. Mitte Juli hatten Umweltminister Ricardo Salles und der rechtsextreme Staatschef Jair Bolsonaro das Abbrennen von Flächen im Amazonasgebiet und im Pantanal, dem größten Sumpfgebiet der Welt, für 120 Tage verboten.

Eindringliche Warnungen von Umweltschützern

Umweltschützer warnen schon länger, dass 2020 das zerstörerischste Jahr für den größten Regenwald der Erde werden könnte. Sie machen dafür direkt die Politik Bolsonaros verantwortlich, dem sie die Begünstigung illegaler Rodungen vorwerfen.

Bolsonaro zweifelt die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel an. Der Staatschef hat die finanziellen und personellen Ressourcen für den Umweltschutz bereits drastisch gekürzt.

Brasilien - Brände im Amazonasgebiet haben im Juli weiter zugenommen
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
02.08.2020 16:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. August 2020 um 07:03 Uhr.

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