Swetlana Tichanowskaja hält ein Foto ihres inhaftierten Ehemanns Sergej Tichanowski hoch. | picture alliance/dpa/CTK

Opposition in Belarus 18 Jahre Haft für Tichanowskajas Mann

Stand: 14.12.2021 13:16 Uhr

In Belarus ist der Ehemann von Oppositionsführerin Tichanowskaja zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Dem Blogger Sergej Tichanowski wurde die Organisation von Massenunruhen vorgeworfen.

Sergej Tichanowski, der Ehemann von Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja, ist in Belarus zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde im Zusammenhang mit den Massenprotesten gegen Machthaber Alexander Lukaschenko schuldig gesprochen. Der 43-jährige Blogger müsse wegen "Vorbereitung und Organisation von Massenaufständen" unter besonders harten Haftbedingungen ins Straflager, meldete die staatliche belarussische Nachrichtenagentur Belta unter Berufung auf das Gericht der Stadt Gomel.

Der bekannte Blogger war kurz nach Bekanntgabe seiner Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr festgenommen worden. Seine fünf Mitangeklagten wurden zu Gefängnisstrafen zwischen 14 und 16 Jahren verurteilt.

Emotionale Videobotschaft von Tichanowskaja

Nach der Urteilsverkündung twitterte Tichanowskaja, dass Lukaschenko sich öffentlich an seinen stärksten Gegnern räche. "Aber die ganze Welt schaut zu. Wir werden nicht aufhören", betonte sie.

Videobotschaft der Ehefrau vor dem Urteil

Am Vormittag hatte sie bereits eine emotionale Videobotschaft in sozialen Netzwerken veröffentlicht. "Ich werde weiterhin diesen Mann verteidigen, den ich liebe und der zu einem Anführer für Millionen von Belarusen geworden ist", sagte sie. Sie werde alles dafür tun, um den Moment ihres Wiedersehens "in einem neuen Belarus" zu beschleunigen. Einen Schuldspruch gegen ihren Mann bezeichnete sie als "illegal".

Nach Kandidatur-Bekanntgabe festgenommen

Tichanowski wollte bei der Präsidentschaftswahl im August 2020 gegen Lukaschenko antreten. Kurz nach Bekanntgabe seiner Kandidatur wurde er jedoch festgenommen, seine Frau Swetlana trat daraufhin an seine Stelle. 

Trotz massiver Betrugsvorwürfe wurde Lukaschenko nach der Wahl zum Sieger erklärt. Dies löste beispiellose Massenproteste aus. Sie wurden gewaltsam niedergeschlagen, tausende Regierungskritiker wurden festgenommen oder flohen ins Exil, darunter auch Tichanowskaja.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Dezember 2021 um 15:00 Uhr.