Blick auf Riga | dpa

Energiekrise Gazprom dreht Lettland Gashahn zu

Stand: 30.07.2022 15:39 Uhr

Lettland bekommt kein Gas mehr von Gazprom - weil es gegen Abnahmebedingungen verstoßen habe, teilte der russische Energiekonzern mit. Die lettische Regierung rechnet nicht mit größeren Folgen für das Land.

Der russische Staatskonzern Gazprom hat den Gasexport nach Lettland komplett eingestellt. Der EU-Staat im Baltikum habe gegen "Bedingungen für die Entnahme von Gas verstoßen", teilte Gazprom über Telegram mit. Details zu den Verstößen nannte das Unternehmen nicht.

Der Vize-Staatssekretär im lettischen Wirtschaftsministerium, Edijs Saicans, sagte, der Exportstopp dürfte keine größeren Folgen für sein Land haben. Der lettische Versorger Latvijas Gaze hatte am Freitag erklärt, er beziehe zwar Gas aus Russland, aber nicht von Gazprom. "Wir beziehen es von einem anderen Anbieter", hatte das Unternehmen mitgeteilt. Der Name des Anbieters sei ein Geschäftsgeheimnis.

Russland hatte zuletzt die Gaslieferungen in mehrere EU-Länder eingestellt, darunter Polen und Bulgarien, weil diese sich geweigert hatten, in Rubel zu bezahlen. Präsident Wladimir Putin führte die Regelung als Reaktion auf die Sanktionen der EU gegen Russland ein. Üblich waren zuvor Zahlungen in Euro oder Dollar. Der lettische Versorger Latvijas Gaze erklärte daraufhin, russisches Gas unverändert in Euro zu bezahlen. Gazprom hat auch seine Lieferungen an Deutschland zurückgefahren.

Lettland: Ab 2023 unabhängig von russischem Gas

Die lettische Regierung hatte zuletzt angekündigt, dass sie von Januar 2023 an komplett auf den Import von russischem Gas verzichten wolle. Das gilt vor allem als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Im vergangenen Jahr hatte Lettland noch etwa 90 Prozent seines Gases aus Russland bezogen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. Juli 2022 um 11:00 Uhr.