Wladimir Putin (links) und Alexander Lukaschenko | AFP

Luftstreitkräfte Belarus und Russland starten Manöver

Stand: 16.01.2023 12:09 Uhr

In Belarus sind Einheiten der russischen Luftwaffe eingetroffen. Die Verbündeten starteten am Morgen ein gemeinsames Manöver ihrer Truppen. Die Regierung in Minsk erklärt, es handele sich nur um Übungen - die Ukraine ist besorgt.

Belarus und Russland haben ein gemeinsames Manöver ihrer Luftstreitkräfte begonnen. Hauptziel der gemeinsamen taktischen Übung von Flugeinheiten verschiedener Truppenteile sei die "Stärkung der operativen Kompatibilität" zwischen den beiden Armeen, teilte das belarusische Verteidigungsministerium in Minsk mit.

Das Land ist eng mit Russland verbündet, hat sich bisher aber nicht an Moskaus Offensive in der Ukraine beteiligt.

In den vergangenen Tagen trafen dem belarusischen Verteidigungsministerium zufolge Einheiten der russischen Luftwaffe in Belarus ein, um an den Übungen teilzunehmen. Angaben zur Anzahl beteiligter Soldaten machte das Ministerium nicht. Russland hatte zuletzt auch Militärtechnik und insgesamt Tausende Soldaten nach Belarus verlegt.

Ukraine befürchtet Angriffe aus Belarus

In der benachbarten Ukraine halten sich weiter Befürchtungen, dass Russland Belarus wie zu Beginn des Krieges vor gut einem Jahr erneut für Angriffe auf das Land nutzen könnte. Zwar hatte der belarusische Machthaber Alexander Lukaschenko stets betont, er wolle sich nicht in den Krieg hineinziehen lassen. Die Ukraine sieht Belarus aber längst als Kriegspartei.

Westliche Militärexperten hatten stets auf das Risiko eines Angriffs aus Belarus auf die Ukraine hingewiesen. Sie halten eine neue Offensive von dort allerdings derzeit für nicht sehr wahrscheinlich, weil unter anderem die Truppenkonzentration zu gering sei.

Das ukrainische Militär bezeichnete die Gefahr dennoch als real. Nach neuen massiven Raketenangriffen am Samstag auf die Ukraine hatte das ukrainische Militär mitgeteilt, dass auch Raketen aus nördlicher Richtung gekommen seien. Dort liegt Belarus. Die Raketen - womöglich ballistische - konnten demnach nicht geortet und zerstört werden. Auch der Luftalarm hatte etwa in der Hauptstadt Kiew wegen der späten Ortung erst verzögert eingesetzt.

Minsk betont Übungscharakter

Belarus betonte indes den Übungscharakter des Manövers. Es gehe dabei um eine Vielzahl an Fragen, darunter die Organisation einer Luftaufklärung, gemeinsame Luftpatrouillen an den Staatsgrenzen oder die Unterstützung für Truppenteile aus der Luft.

Im vergangenen Jahr war ein ebenfalls als Manöver deklarierter russischer Truppenaufmarsch in Belarus nahtlos in den Angriffskrieg auf die Ukraine übergegangen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Januar 2023 um 12:00 Uhr.