Ein Junge schwenkt eine EU-Flagge, nachdem er in Österreich angekommen ist

Reaktionen auf EU-Verteilungsquote für Flüchtlinge Ja, Jein, Nein

Stand: 10.09.2015 08:44 Uhr

22 EU-Länder sollen nach dem Willen von EU-Kommissionspräsident Juncker verpflichtet werden, Flüchtlinge aufzunehmen. Wie sehen die Reaktionen aus? Wir berichten aus Spanien, Polen und der Slowakei.

Von Stefan Schaaf, Griet von Petersdorff und Jürgen Osterhage

Spanien, das nach dem Vorschlag von EU-Kommissionpräsident Jean-Claude Juncker rund 15.000 Flüchtlinge aufnehmen soll, will einer Quote zustimmen. Die Hilfsbereitschaft im Land nimmt sichtbar zu - in Madrid werden Flüchtlinge wie anderswo in Europa mit Plakaten willkommen geheißen. Nichtsdestotrotz verweist die Regierung auf die eigene Arbeitslosenquote in Höhe von rund 20 Prozent und darauf, dass über die nordafrikanischen Exklaven Ceuta und Melilla bereits Tausende Flüchtlinge nach Spanien kamen. Dies solle nach dem Willen der Regierung bei der Berechnung der Quote berücksichtigt werden.

Stefan Schaaf ARD-Studio Madrid
Griet von Petersdorff
Jürgen Osterhage ARD-Studio Prag

Polen soll nach dem Juncker-Plan etwas mehr als 9000 Flüchtlinge aufnehmen. Ministerpräsidentin Ewa Kopacz lehnt eigentlich eine feste Quote ab, signalisiert nun aber Entgegenkommen: "Juncker hat uns daran erinnert, dass wir Polen mal Flüchtlinge waren", sagte sie. Diese Haltung wird nicht von allen politischen Seiten geteilt. Eine knappe Mehrheit von 53 Prozent der Polen sieht aber eine moralische Verpflichtung, Flüchtlinge aufzunehmen.

Etwa 1500 Flüchtlinge sollen nach dem Plan der EU-Kommission von der Slowakei aufgenommen werden. Doch die Regierung lehnt dies ab. "Jedes Land sollte selbst entscheiden, wie viele Flüchtlinge es aufnimmt", sagt Außenminister Miroslav Lajcak. In der Slowakei beträgt der Ausländeranteil nur rund ein Prozent. Die Bevölkerung lehnt die Aufnahme von Flüchtlingen mehrheitlich ab.

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KOMMENTARE

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Emil66 10.09.2015 • 09:53 Uhr

Es ist nichtböse gemeint.

Aber was hat die EU mit den Kriegen in Asien und Afrika am Hut, mal abgesehen von den Unternehmen die davon profitieren, also nur die normale Bevölkerung? Die Einstellung / Lebensweise dieser Menschen kann ein Europäer nur schwer nachvollziehen. Das den Menschen geholfen werden soll ist mal ganz unbestritten, aber über das wo und wie kann man geteilter Meinung sein und das sollte man auch niemandem vorwerfen. Etwas vorwerfen kann man nur wenn gewaltsam gegen Menschen vorgegangen wird die eigentlich nur ein besseres Leben wollen. Wer das anders sieht will eigentlich die Meinungsfreiheit der Anderen beschneiden, oder? Meinungsfreiheit ist einer wenn nicht der größte Baustein der Demokratie, oder sehe ich das falsch? Somit ist das Diktat der Menge an Flüchtlingen für die EU-Staaten FALSCH. Die Menge an Flüchtlingen sollte durch eine Bürgerbefragung ermittelt werden, in jedem einzelnen EU-Staat. Denn die Bürger müssen das schultern und nicht die Politiker oder die Banken, oder, oder.