Die umgestürzte und beschmierte Statue des Südstaaten-Generals Albert Pike liegt am Boden. | MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/Shutter

Proteste in den USA "Juneteenth"-Zorn stürzt Generals-Statue

Stand: 20.06.2020 13:35 Uhr

In den USA haben Menschen an das Ende der Sklaverei erinnert. Angesichts der "Black Lives Matter"-Proteste war die Stimmung teils aufgeladen - in Washington stürzten Demonstranten ein Denkmal.

Am "Juneteenth" haben zwischen New York und Los Angeles Zehntausende Menschen an das Ende der Sklaverei vor 155 Jahren erinnert. In der Regel wird der Feiertag ausgelassen und mit viel Musik begangen, in diesem Jahr war die Stimmung angesichts der Massenproteste gegen Rassismus gedämpfter und politischer.

In der Hauptstadt Washington stürzten Demonstranten die Statue eines Konföderierten-Generals. Die Menschen zerrten das 3,4 Meter hohe Standbild von Albert Pike am Freitag vom Sockel, beschmierten es und zündeten ein Feuer an. Die Aktion wurde von Sprechchören wie "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden" und "Keine rassistische Polizei" begleitet. Anschließend gingen die meisten Demonstranten zurück zu einer Kundgebung im Lafayette-Park in der Nähe des Weißen Hauses zurück. Die Polizei beobachtete die Szene, griff aber nicht ein.

Die Gewalt gegen das Denkmal rief US-Präsident Donald Trump auf den Plan. Er kritisierte Bürgermeisterin Muriel Bowser und forderte die sofortige Festnahme der Beteiligten. Die Polizei tue ihre Arbeit nicht, twitterte er. Die Schwarze Bowser und Trump waren im Verlauf der Proteste gegen Rassismus wiederholt aneinandergeraten.

Protestaktion nahe Alcatraz

In New York marschierten Tausende Demonstranten friedlich durch die Straßen. Sie riefen die Namen der Schwarzen, die in den vergangenen Jahren von der Polizei getötet wurden.

An der Westküste versammelten sich in der Innenstadt von San Francisco, am Hafen von Oakland und an zahlreichen anderen Orten Zehntausende, um gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt zu demonstrieren. In der Bucht von San Francisco stürzten sich viele Hundert Schwimmer für eine Protestaktion ins Meer. Vor der Kulisse der Alcatraz-Gefängnisinsel hielten sie schwimmend ein großes "Black Lives Matter"-Schild hoch.

"Juneteeth" setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern für "Juni" und "neunzehnter" (June und nineteenth). Am 19. Juni 1865 verlas ein General der Unionsarmee in Texas die Proklamation zur Abschaffung der Sklaverei - Texas war der letzte Bundesstaat, der von den siegreichen Nordstaaten erreicht wurde. 1980 wurde "Juneteenth" zum offiziellen Feiertag in Texas, es folgten 45 Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington D.C.

Demonstranten bei einer Juneteenth-Kundgebung in New York | AFP

Größtenteils blieb es bei den Demonstrationen friedlich - wie hier in New York. Bild: AFP

Trump warnt Demonstranten

Kurz vor seiner ersten Massenkundgebung seit Beginn der Corona-Krise warnte Trump potenzielle Teilnehmer von Protesten in Tulsa. "Anarchisten" und "Plünderer" würden in Tulsa anders behandelt werden als in New York, Seattle oder Minneapolis. In diesen Städten waren Polizei und andere Sicherheitskräfte nach Ansicht Trumps nicht hart genug gegen Demonstranten vorgegangen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Juni 2020 um 12:50 Uhr.