Stau an der Grenze zwischen Slowenien und Österreich. | dpa

Grenze Slowenien/Österreich Stau bremst Urlaubsrückkehrer aus

Stand: 23.08.2020 12:25 Uhr

Viele Urlaubsrückkehrer aus Deutschland haben die vergangene Nacht in einem Stau verbracht: An der Grenze von Slowenien nach Österreich gab es Wartezeiten von mehr als zwölf Stunden. Grund sind neue Corona-Auflagen der österreichischen Behörden.

Wegen verschärfter Corona-Grenzkontrollen in Österreich haben viele Reisende mehr als zwölf Stunden in Slowenien festgesteckt. Betroffen waren vor allem deutsche und niederländische Urlaubsrückkehrer. Viele hatten sich von Kroatien aus auf den Rückweg nach Deutschland gemacht.

Am Karawankentunnel und beim Loibltunnel mussten die Autofahrer stundenlang ausharren, um die Grenze nach Österreich zu passieren. Grund ist eine neue Verordnung der österreichischen Regierung, wonach die Behörden von sämtlichen Reisenden die Personalien erfassen müssen - auch wenn sie nur auf der Durchreise sind. Wien reagierte damit auf steigende Zahl von Corona-Infektionen in Kroatien.

Alle Druchreisenden müssen Formular ausfüllen

Demnach müssen alle Durchreisenden, die dort waren, ein Formular ausfüllen und sich registrieren. Die Polizei berichtete von entnervten Urlaubern. Um die Situation zu entschärfen, lockerten die Behörden am Morgen die Kontrollen: Der Landeschef des Bundeslandes Kärnten, Peter Kaiser, sah eine akute Gefahrensituation für die vielen Wartenden und ihre Kinder und ordnete an, Transitreisende nur stichprobenartig zu kontrollieren.

"Das Menschenwohl steht da im Mittelpunkt", sagte er. Die Wartezeit verkürzte sich dadurch, betrug aber am Karawanken-Tunnel sowie bei dem kleineren Grenzübergang am Loiblpass noch immer mehrere Stunden, wie der Automobilclub ÖAMTC meldete.

Aggressive Stimmung im Stau

Ein bayerischer Autofahrer berichtete, er sei am Samstag gegen 17:30 Uhr in den Stau geraten und habe erst am Sonntag um 7:30 Uhr die Grenze passiert. Für die Wartenden habe es keine Versorgung gegeben und zeitweise sei die Stimmung aggressiv gewesen.

Die neue Information, dass seit Samstag auch der Transitverkehr aus Risikogebieten angehalten werden muss, scheint die Behörden nach Berichten österreichischer Medien überrascht zu haben. Schon mit der Kontrolle der Österreicher, die heimkehrten, habe man alle Hände voll zu tun gehabt, zitiert der Sender einen Behördensprecher.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. August 2020 um 12:00 Uhr.