Ein Mann läuft in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul an einem Bildschirm vorbei, der einen Raketentest Nordkoreas zeigt. | AFP

Nordkorea Raketentests trotz Sanktionen

Stand: 17.01.2022 04:55 Uhr

Es sei bereits der vierte Test in diesem Monat, teilte das südkoreanische Militär mit. Vermutlich habe es sich um zwei Kurzstreckenraketen gehandelt. Erst am vergangenen Mittwoch hatten die USA weitere Sanktionen gegen Nordkorea verhängt.

Trotz neuer US-Sanktionen setzt Nordkorea seine Raketentests fort. Zwei Raketen seien vom Sunan-Flughafen in der Hauptstadt Pjöngjang nach Osten in Richtung des Meers abgefeuert worden, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit. Dabei habe es sich vermutlich um ballistische Raketen von kurzer Reichweite gehandelt.

UN-Resolutionen untersagen der selbst erklärten Atommacht Nordkorea die Erprobung ballistischer Raketen, die je nach Bauart auch einen Nuklearsprengkopf tragen können. Zunächst war unklar, wie weit die Raketen flogen. Es war der vierte Raketentest des politisch isolierten Landes seit Jahresbeginn.

Antwort auf US-Sanktionen

Experten in Südkorea vermuten, das Nachbarland wolle militärische Stärke demonstrieren und seine Fähigkeit unter Beweis stellen, Raketen von verschiedenen Standorten und Plattformen abzufeuern. Am Freitag hatte Nordkorea laut Angaben aus Pjöngjang zwei Raketen von einer mobilen Abschussrampe auf einem Zug in Richtung Meer abgefeuert.

Der Test galt als Antwort auf neue Sanktionen der USA. Am Mittwoch hatte das US-Finanzministerium Strafmaßnahmen gegen fünf Nordkoreaner beschlossen, denen es vorwarf, Güter für die Massenvernichtungs- und Raketenprogramme ihres Landes zu beschaffen. Zudem wollen die USA neue Sanktionen gegen Nordkorea durch die Vereinten Nationen durchsetzen.

Bereits mehrere Tests im Januar

Bereits am 5. Januar und am Dienstag vergangener Woche hatte Nordkorea jeweils einen Raketentest unternommen - nach eigenen Angaben mit Hyperschall-Raketen. Bei solchen Waffen kann ein sogenannter Hyperschall-Gleitflugkörper von einer ballistischen Rakete aus starten. Hyperschall-Waffen lassen sich wegen ihrer hohen Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit nur schwer abfangen.

Nordkorea hat sich selbst zur Atommacht erklärt. Sein Status gilt wegen der Verhandlungen über sein Atomwaffenprogramm aber als unklar. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea kommen seit fast drei Jahren nicht mehr voran.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Januar 2022 um 05:23 Uhr.