Hinter dem Braunkohletagebau in Garzweiler ist das Braunkohlekraftwerk Neurath zu sehen. | dpa

Klimaschutz US-Energieminister kritisiert Deutschland

Stand: 26.04.2017 09:50 Uhr

US-Energieminister Perry hat die Haltung der EU und insbesondere Deutschlands beim Thema Klimaschutz als widersprüchlich bezeichnet. Trotzdem will er am Pariser Abkommen festhalten. Sein Präsident sieht das anders.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

US-Energieminister Rick Perry hat auf einer Energie-Fachkonferenz des Unternehmens Bloomberg gesagt, er werde US-Präsident Donald Trump nicht raten, das Pariser Klimaschutz-Abkommen zu verlassen. Er werde sagen, das Abkommen müsse neu verhandelt werden.

Jan Bösche ARD-Studio Washington

"In Deutschland steigen die Schadstoffe"

Er kritisierte die Mitglieder der Europäischen Union, besonders Deutschland. Sie feierten das Abkommen, während sie gleichzeitig weiterhin giftige Abgase erlaubten: "Deutschland will sich von Kohle verabschieden, aus dem Atomgeschäft aussteigen, erneuerbare Energien verstärken. Der Fakt ist: Ihre Schadstoffe steigen, weil sie mehr Kohle verwenden."

Der Klimaschutzbericht der Bundesregierung zeige, dass der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 zurückgegangen sei - allerdings nicht so stark wie erhofft und nicht so stark wie nötig, um das Klimaziel für das Jahr 2020 zu erreichen. Perry sagte, die USA und China hätten bereits wirksam ihren Ausstoß an klimaschädlichen Gasen verringert. Die Frage sei, was andere bereits erreicht hätten: "Unterzeichnet keinen Vertrag, erwartet von uns, dabei zu bleiben, wenn ihr nicht wirklich Teil davon seid."

Entscheidung zum Abkommen bis Ende Mai

Im Wahlkampf hatte Präsident Trump versprochen, dass die USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen. Er bezweifelt wie viele Republikaner, dass der Klimawandel maßgeblich von Menschen ausgelöst wurde. Trotzdem plädieren einige seiner Berater dafür, nicht aus dem Klimaschutzabkommen auszusteigen. Sie argumentieren, es sei besser, einen Stuhl am Tisch zu behalten. Aus dem Weißen Haus heißt es, Trump wolle sich bis Ende Mai entscheiden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. April 2017 um 10:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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ekm64 26.04.2017 • 16:09 Uhr

Immer das gleiche Durcheinander

"Auf der einen Seite will die Kanzlerin für sich in Anspruch nehmen, die Retterin des Weltklimas zu sein, und auf der anderen Seite stellt sie sich schützend vor Autobauer, die in betrügerischer Absicht unserer Klima vergiften." Diesel-PKW stoßen weniger CO2 aus als vergleichbare Benzinmotoren. Und das CO2 wird für den Klimawandel verantwortlich gemacht. Die Probleme beim Dieselmotor liegen im den Stickoxidausstoss. Dieser hat aber nichts mit dem Klimawandel zu tun sondern belastet den Menschen direkt. Gibt noch andere Faktoren wie z.B. Feinsstaubausstoss, usw. Die USA gewichtet NOX als problematischer, die EU CO2. Ist also immer auch ein politischer Faktor enthalten, was wie stark gewichtet wird.