Polizisten sichern den Bezirk Sultanahmet in Istanbul (Archivbild Januar 2016)

Anschlag auf deutsche Touristen Türkische Polizei nimmt Verdächtigen fest

Stand: 13.01.2021 18:21 Uhr

Vor fünf Jahren sprengte sich ein Attentäter inmitten einer deutschen Reisegruppe in Istanbul in die Luft - zwölf Menschen starben. Nun haben türkische Ermittler einen mutmaßlichen Hintermann festgenommen. Er soll IS-Mitglied sein.

Fünf Jahre nach einem Anschlag in der Istanbuler Altstadt, bei dem zwölf Menschen getötet wurden, darunter elf Deutsche, haben türkische Ermittler einen Verdächtigen festgenommen. Die Polizei im südosttürkischen Sanliurfa bestätigte entsprechende Medienberichte.

Der Mann wurde demnach bereits am Montag in der Region nahe der syrischen Grenze gefasst. Die Staatsanwaltschaft habe angeordnet, die Details der Festnahme unter Verschluss zu stellen, hieß es.

Festgenommener offenbar IS-Mitglied

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, der Festgenommene sei Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Er sei in Kontakt mit einem der Drahtzieher des Attentates gewesen und habe den Sprengstoff geliefert. Auch seine Brüder sollen an der Anschlagsplanung beteiligt gewesen sein.

Am 12. Januar 2016 hatte sich ein Selbstmordattentäter inmitten einer deutschen Reisegruppe in die Luft gesprengt. Dabei wurden insgesamt zwölf Menschen getötet und 16 weitere verletzt.

Drei Syrer bereits verurteilt

Bereits 2018 wurden drei Syrer unter anderem wegen Beihilfe zur Tötung zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie bei der Vorbereitung des Anschlags geholfen hatten. Zur Aufklärung der Hintergründe trug der Prozess nur teilweise bei. Der mutmaßliche Auftraggeber wurde nicht gefasst.